Aphthen

Aphthen sind kleine, sehr schmerzhafte Schleimhautdefekte im Mund mit weißlich-gelblichem Belag und gerötetem Rand, die meist innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst abheilen, beim Essen und Sprechen aber unangenehm stören.

Eine Aphthe ist ein steriler Schleimhautdefekt, kein Virusinfekt, nicht ansteckend und kein Herpes, der durch das Herpes-simplex-Virus entsteht.
Klassische Trigger sind mechanische Reizung, Stress, Schlafmangel, Vitamin-B12- oder Eisenmangel und bestimmte Zahnpasta-Inhaltsstoffe wie SLS.
Eine einzelne Aphthe, die länger als zwei bis drei Wochen besteht, gehört in die Hand einer weitergehenden Abklärung.
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Inhaltsverzeichnis

Warum eine Aphthe kein Herpes und nicht ansteckend ist

Mit Herpes hat eine Aphthe nichts zu tun, und genau diese Verwechslung verunsichert die meisten Patientinnen und Patienten, die mit einer brennenden Stelle im Mund zu uns kommen. Eine Aphthe ist kein Virusinfekt. Sie wird nicht durch das Herpes-simplex-Virus ausgelöst, sie ist nicht durch Küssen, gemeinsam genutztes Besteck oder ein geteiltes Glas übertragbar, und sie ist niemand anderem gegenüber ansteckend. Wer mit einer Aphthe am Familientisch sitzt, muss kein eigenes Glas benutzen und keine Sorge vor Ansteckung der Kinder haben.

Medizinisch ist eine Aphthe ein steriler Schleimhautdefekt. Die oberste Deckzellschicht des Mundepithels ist an einer umschriebenen Stelle zerstört, das darunterliegende Bindegewebe liegt frei, und genau dieses freiliegende Gewebe verursacht den stechenden Schmerz. Es ist also keine Infektion, die sich ausbreitet, sondern ein lokaler Defekt, der von den Rändern her wieder zuwächst. Diese Unterscheidung ändert, wie man mit einer Aphthe umgehen sollte: Es geht nicht darum, einen Erreger zu bekämpfen oder andere zu schützen, sondern darum, den Defekt zu beruhigen und den Schmerz erträglich zu machen, bis die Schleimhaut sich von selbst geschlossen hat.

Der Lippenherpes dagegen ist das Gegenteil. Er wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 verursacht, sitzt außen an der Lippe statt im Mundinneren, beginnt mit einem Spannungs- und Kribbelgefühl, bildet kleine Bläschen, die platzen und verkrusten, und ist in der akuten Phase tatsächlich ansteckend. Aphthen entstehen im Mundinneren, an der weichen, nicht verhornten Schleimhaut der Wangen, der Lippeninnenseite, des Mundbodens oder der Zungenränder. Wer diese beiden Befunde einmal auseinanderhält, reagiert auf eine Aphthe deutlich gelassener.

Was eine Aphthe genau ist

Der Begriff Aphthe stammt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht Schleimhautdefekt. Wir sprechen umgangssprachlich von einer Aphthe, wenn dieser Defekt rund oder oval ist, einen weißlich-gelblichen Fibrinbelag trägt und von einem schmalen, geröteten Rand umgeben ist. Dieser rötliche Hofring entsteht durch die vermehrte Durchblutung am Rand des Defekts, der Belag in der Mitte ist abgestorbenes Gewebe und Wundsekret. In der Fachliteratur wird die häufig wiederkehrende Form als chronisch rezidivierende aphthöse Stomatitis bezeichnet, ein Begriff, der die Neigung zum erneuten Auftreten betont.

In unserer Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt sehen wir Aphthen quer durch alle Altersgruppen, häufig bei Menschen in stressbelasteten Lebensphasen, im Anschluss an einen Infekt oder nach einer mechanischen Reizung der Schleimhaut. Bei jedem Erstbefund nehmen unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte die Schleimhaut systematisch in den Blick. Eine Aphthe ist in den allermeisten Fällen harmlos, in seltenen Fällen aber ein Hinweis auf eine andere, zugrundeliegende Erkrankung, und diese beiden Möglichkeiten lassen sich nur durch eine sorgfältige Untersuchung auseinanderhalten.

Welche Formen wir unterscheiden

Klinisch trennen wir drei Formen, die unterschiedlich verlaufen und unterschiedlich begleitet werden.

Die Minor-Aphthen sind die mit Abstand häufigste Form, etwa 80 Prozent aller Fälle. Sie messen unter zehn Millimetern, treten einzeln oder in kleiner Zahl auf, sitzen bevorzugt an der nicht verhornten Schleimhaut der Wangen, der Lippeninnenseite, des Mundbodens oder der Zungenränder und heilen innerhalb von sieben bis vierzehn Tagen ohne Narbenbildung wieder ab. Sie sind schmerzhaft, aber harmlos und brauchen in der Regel keine spezifische Therapie über die Schmerzlinderung hinaus.

Die Major-Aphthen sind seltener, größer als zehn Millimeter, reichen tiefer in die Schleimhaut, brauchen oft mehrere Wochen bis zur Abheilung und können mit einer narbenähnlichen Schleimhautveränderung ausheilen. Sie sitzen häufig an Lippe, Zunge oder weichem Gaumen und beeinträchtigen Essen und Sprechen erheblich. Bei dieser Form prüfen wir genauer, ob systemische Auslöser im Hintergrund stehen.

Die herpetiformen Aphthen sind eine seltene Variante, bei der zahlreiche kleine, oft nur ein bis drei Millimeter große Defekte gleichzeitig in Gruppen auftreten. Trotz des Namens haben sie nichts mit dem Herpes-Virus zu tun, die Bezeichnung verweist nur auf die optische Ähnlichkeit zu einer gruppierten Herpesausbreitung. Wir grenzen sie klinisch sorgfältig ab, weil hinter der gleichen Optik unterschiedliche Befunde stehen können.

Was wir über die Ursachen wissen

Die Ursache der idiopathischen Aphthe ist bis heute nicht abschließend geklärt. Wir wissen aber aus der klinischen Erfahrung und aus epidemiologischen Übersichtsarbeiten, welche Faktoren das Auftreten begünstigen. Bei den meisten Patientinnen und Patienten lässt sich ein individuelles Muster aus mehreren Auslösern erkennen, das von Mensch zu Mensch sehr verschieden aussieht.

Eine sehr häufige Konstellation ist eine mechanische Reizung der Schleimhaut: ein versehentlicher Biss in die Wangeninnenseite, eine harte Brotkante, eine scharfe Zahnkrone, eine schlecht sitzende Prothese, eine kieferorthopädische Bracket-Kante. Wo die Schleimhaut wiederholt verletzt wird, entsteht häufig genau an dieser Stelle eine Aphthe. Wir suchen bei der Untersuchung gezielt nach solchen lokalen Reizfaktoren und glätten scharfe Kanten oder passen Versorgungen an, was zur erhaltenden Zahnmedizin gehört.

Eine zweite Gruppe sind nutritive Mangelzustände, allen voran ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen. Bei wiederkehrenden Aphthen, die ohne erkennbaren mechanischen Auslöser über Monate auftreten, empfehlen wir eine internistische Abklärung der Eisen- und Vitaminversorgung, weil die Schleimhaut auf eine Unterversorgung empfindlich reagiert und an Belastungspunkten leichter aufbricht.

Auch Stress, Schlafmangel und hormonelle Schwankungen sind dokumentierte Trigger. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass Aphthen in Klausur- oder Projektphasen auftreten, in den ersten Tagen einer Erkältung oder im Zusammenhang mit der Menstruation. Der Hintergrund liegt wahrscheinlich in einer veränderten Aktivität des Immunsystems an der Schleimhaut, die in solchen Phasen anders reagiert als sonst.

Bestimmte Inhaltsstoffe stehen ebenfalls als Trigger im Verdacht, vor allem Natriumlaurylsulfat, ein Schaumbildner in vielen Zahnpasten, oft als SLS abgekürzt. Wer wiederkehrende Aphthen hat und gleichzeitig eine SLS-haltige Zahnpasta verwendet, profitiert nach Erfahrungswerten oft von einem Wechsel auf eine SLS-freie Variante. Auch saure und scharfe Lebensmittel wie Tomaten, Zitrusfrüchte, Walnüsse oder bestimmte Käsesorten lösen bei manchen Menschen Schübe aus.

In selteneren Fällen sind Aphthen ein Begleitbefund einer systemischen Erkrankung. Dazu gehören chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, eine Zöliakie, das Behçet-Syndrom oder Immundefekte. Wenn Aphthen ungewöhnlich groß, ungewöhnlich häufig oder zusammen mit anderen Beschwerden auftreten, gehört eine internistische Mitabklärung dazu, und genau diese Konstellationen erkennen wir bei der Befundaufnahme.

Wie eine Aphthe natürlich abheilt

Die wichtigste Botschaft zuerst: Eine typische Minor-Aphthe heilt von selbst. Innerhalb von einer bis zwei Wochen schließt sich der Defekt von den Rändern her, das freiliegende Bindegewebe wird mit neuem Epithel überzogen, und es bleibt keine Narbe zurück. In dieser Zeit braucht der Körper keine medikamentöse Hilfe, um zu heilen. Jede Behandlung, die wir empfehlen, dient deshalb nicht der Heilung selbst, sondern allein der Schmerzlinderung und dem Schutz des Defekts, bis die Schleimhaut von allein wieder geschlossen ist.

Was diese Phase erträglicher macht, ist vor allem das, was man weglässt. Saure und scharfe Speisen wie Zitrusfrüchte, Tomaten, Essig oder stark gewürzte Gerichte reizen den offenen Defekt und verstärken den Schmerz deutlich. Auch sehr heiße Getränke und harte, kantige Lebensmittel wie Knäckebrot oder Nüsse sollten Sie meiden, solange die Aphthe besteht. Wer bei der Mundhygiene rund um den Defekt vorsichtig bleibt und auf eine SLS-freie Zahnpasta wechselt, reizt die Stelle beim Putzen weniger. Diese einfachen Anpassungen helfen oft mehr als jedes Mittel aus der Apotheke.

Wie wir den Schmerz lindern

Bei der typischen Minor-Aphthe ohne Hinweis auf systemische Ursachen ist die Begleitung symptomatisch. Im Vordergrund stehen topische Mittel zur Schmerzlinderung. Bewährt haben sich Gele und Salben mit einem Lokalanästhetikum, etwa Lidocain, die die Aphthe für eine kurze Zeit betäuben, sodass Essen und Sprechen wieder erträglich werden. Daneben gibt es Hyaluronsäure-Gele, die einen schützenden Film über den Defekt legen und ihn so gegen Reize abschirmen. Beide Gruppen sind in der Apotheke erhältlich und werden gezielt auf die Stelle aufgetragen.

Ergänzend wirken antiseptische und adstringierende Mittel. Mundspülungen mit Chlorhexidin reduzieren die Bakterienlast an der offenen Wundfläche und können die Abheilung in vielen Fällen unterstützen, sie sind allerdings nicht für die tägliche Dauernutzung über Wochen gedacht. Adstringierende Lösungen, etwa mit Myrrhe oder Rhabarberwurzel, ziehen die Wundränder zusammen und beruhigen den Defekt. Milde pflanzliche Spülungen mit Salbei oder Kamille wirken leicht entzündungshemmend und sind eine schonende Ergänzung für zwischendurch.

Bei größeren oder besonders schmerzhaften Aphthen kann eine kurzzeitige kortikosteroidhaltige Lokalbehandlung sinnvoll sein, etwa mit einer Triamcinolon-Haftpaste. Sie reduziert die Entzündungsreaktion gezielt an der Schleimhaut und verkürzt die Beschwerden. Ein solches Präparat verordnen wir auf Indikation und besprechen die Anwendung mit Ihnen. Lokale Reizfaktoren beheben wir bei der Untersuchung direkt: Eine scharfe Füllungs- oder Kronenkante glätten wir, ein scharfer Bracket-Bogen wird mit Wachs abgedeckt, eine schlecht sitzende Prothese justiert. Bei Verdacht auf einen Vitamin- oder Eisenmangel empfehlen wir die hausärztliche Abklärung.

Was die Begleitung einer Aphthe kostet

Die Diagnostik einer Aphthe ist im Rahmen der zahnärztlichen Befundaufnahme bei gesetzlich Versicherten Bestandteil der Kassenleistung. Lokale Maßnahmen wie das Glätten einer scharfen Kante oder die Anpassung einer Prothese sind ebenfalls Sachleistungen. Eine kurzzeitige medikamentöse Lokaltherapie wird auf Rezept verordnet, je nach Präparat fällt eine reguläre Rezeptgebühr an. Apothekenpflichtige Gele und Spülungen ohne Rezept tragen Sie selbst.

Wenn wir im Zusammenhang mit wiederkehrenden Aphthen eine zusätzliche zahnärztliche Leistung planen, etwa eine umfangreichere Anpassung einer Versorgung, besprechen wir das vorher mit Ihnen. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan, sofern eine kostenpflichtige Maßnahme geplant ist.

Wann eine Aphthe abgeklärt gehört

In den meisten Fällen ist eine Aphthe ein harmloser, vorübergehender Befund. Es gibt aber Konstellationen, in denen wir zur weitergehenden Abklärung raten. Eine einzelne Aphthe, die länger als zwei bis drei Wochen besteht und nicht erkennbar abheilt, sollte aus der Untersuchung heraus genauer angesehen werden, weil hinter einem persistierenden Schleimhautbefund seltene, aber wichtige Differentialdiagnosen stehen können.

Aphthen, die sehr groß oder sehr zahlreich sind, oder die häufig wiederkehren, etwa mehrfach im Jahr, gehören in eine Mit-Abklärung. Eine solche häufige Wiederkehr fasst man als chronisch-rezidivierende Aphthose zusammen, und sie ist der typische Anlass, gezielt nach Mangelzuständen oder einer systemischen Ursache zu suchen. Wenn gleichzeitig Allgemeinsymptome wie Fieber, Hautveränderungen, Augenbeschwerden, Gelenkschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten, ist die internistische oder dermatologische Vorstellung sinnvoll. Auch bei Aphthen, die nach Beginn einer neuen Medikation auftreten, prüfen wir den Zusammenhang gezielt.

Welcher Weg in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam, anhand des Befunds bei der nächsten Kontrolle in der Hildesheimer Straße 25.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Sind Aphthen ansteckend?

Nein. Eine Aphthe ist keine Infektion, sondern ein steriler Schleimhautdefekt als Reaktion auf mechanische, immunologische oder nutritive Faktoren. Sie ist nicht über Speichel, Küsse oder gemeinsam genutztes Besteck übertragbar. Die häufige Verwechslung mit Lippenherpes führt zu Unsicherheit, ist aber unbegründet. Lippenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 verursacht und entsteht außen an der Lippe, nicht im Mundinneren.

Wie lange dauert es, bis eine Aphthe abheilt?

Eine Minor-Aphthe heilt in der Regel innerhalb von sieben bis vierzehn Tagen vollständig und ohne Narbe ab. Major-Aphthen brauchen mehrere Wochen und können kleine narbenähnliche Schleimhautveränderungen hinterlassen. Wenn ein Defekt länger als zwei bis drei Wochen besteht und nicht erkennbar kleiner wird, sollte er klinisch nachuntersucht werden.

Was hilft schnell gegen den Schmerz?

Topische Gele mit einem Lokalanästhetikum wie Lidocain betäuben die Stelle für kurze Zeit, Hyaluronsäure-Gele legen einen schützenden Film über den Defekt. Antiseptische Mundspülungen mit Chlorhexidin und milde Spülungen mit Salbei oder Kamille beruhigen die Wundfläche. Wichtig ist der vorübergehende Verzicht auf saure und scharfe Speisen, die den Schmerz erheblich verstärken.

Welche Lebensmittel sollte ich bei einer Aphthe meiden?

Saure und scharfe Speisen reizen den offenen Defekt am stärksten, dazu gehören Zitrusfrüchte, Tomaten, Essig und stark gewürzte Gerichte. Auch sehr heiße Getränke und harte, kantige Lebensmittel wie Knäckebrot oder Nüsse verstärken den Schmerz. Solange die Aphthe besteht, sind weiche, milde und lauwarme Speisen am verträglichsten. Ein Wechsel auf eine SLS-freie Zahnpasta reizt die Stelle beim Putzen zusätzlich weniger.

Wann muss ich mit einer Aphthe zum Arzt?

Wenn eine Aphthe länger als zwei bis drei Wochen besteht, sehr groß oder sehr zahlreich ist, häufig wiederkehrt oder zusammen mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Hautveränderungen, Augenbeschwerden, Gelenkschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden auftritt, sollte sie zahnärztlich und gegebenenfalls hausärztlich abgeklärt werden. Auch nach Beginn einer neuen Medikation gehört der Zusammenhang geprüft.

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