Zahnstein
Zahnstein ist ein hart mineralisierter Zahnbelag aus eingelagerten Mineralsalzen, abgestorbenen Bakterien und Speichelbestandteilen, der sich aus weicher Plaque bildet und nicht mehr durch häusliche Zahnpflege entfernt werden kann.
Zahnstein ist ein hart mineralisierter Zahnbelag aus eingelagerten Mineralsalzen, abgestorbenen Bakterien und Speichelbestandteilen, der sich aus weicher Plaque bildet und nicht mehr durch häusliche Zahnpflege entfernt werden kann.
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Zahnstein ist mineralisierter Zahnbelag, der innerhalb weniger Tage aus weicher Plaque entsteht und mit Zahnbürste oder Zahnseide nicht mehr entfernt werden kann. Er reizt das Zahnfleisch und ist die Hauptursache von Gingivitis und Parodontitis. Eine professionelle Zahnreinigung mit Ultraschall, Airflow und Handinstrumenten löst Zahnstein schonend.
Eine Patientin Anfang fünfzig zeigt beim Erstgespräch auf einen rauen, gelblich-grauen Belag an den Innenflächen der unteren Schneidezähne. Sie putze gründlich, sagt sie, zweimal täglich, mit Zahnseide, und trotzdem werde dieser Belag von Mal zu Mal dicker. „Wir können den nicht mehr wegbürsten", ist die Antwort, die sie an diesem Termin zum ersten Mal hört. Was sie sieht, ist Zahnstein, ein bereits mineralisierter Belag, der mit häuslicher Pflege nicht mehr lösbar ist. Er entsteht aus weicher Plaque, die innerhalb weniger Tage durch Mineralsalze aus dem Speichel verhärtet. Wer einmal Zahnstein hat, braucht eine professionelle Zahnreinigung, um ihn zu entfernen. Eine bessere Putztechnik allein reicht nicht.
In unserer Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt sehen wir Zahnstein in unterschiedlichen Ausprägungen praktisch täglich. Wir haben uns darauf spezialisiert, Zahnstein nicht nur zu entfernen, sondern Patientinnen und Patienten zu erklären, wie er entsteht und wie sich seine Neubildung durch eine angepasste Pflege und eine sinnvolle Recall-Frequenz verlangsamen lässt.
An jeder Zahnoberfläche bildet sich nach dem Putzen innerhalb weniger Stunden ein dünner, klebriger Bakterienfilm, die Plaque. Sie besteht aus Bakterien, ihren Stoffwechselprodukten, Eiweißbestandteilen aus dem Speichel und Nahrungsresten. In dieser frischen Form ist Plaque weich, klebrig und mit der Zahnbürste relativ leicht zu lösen. Wer regelmäßig putzt, hält die Plaque-Menge in einem unkritischen Bereich.
Wenn Plaque aber an einer Stelle bleibt, an die Zahnbürste oder Zahnseide nicht zuverlässig kommen, beginnt nach etwa 48 bis 72 Stunden ein Mineralisierungsprozess. Calciumphosphat aus dem Speichel lagert sich in den Bakterienfilm ein, das Gewebe verhärtet, und aus weicher Plaque wird Zahnstein. Wenn Sie das einmal verstanden haben, wird klar, warum gerade die Innenflächen der unteren Schneidezähne und die Außenflächen der oberen Backenzähne die häufigsten Lokalisationen sind: Genau dort liegen die Mündungen der großen Speicheldrüsen. Der Speichelfluss ist hoch, das Mineralangebot ständig verfügbar, und kleine Plaque-Reste verkalken besonders schnell.
Es gibt zwei Hauptformen, die wir unterscheiden. Der supragingivale Zahnstein sitzt sichtbar auf der Zahnkrone, oberhalb des Zahnfleischrands, und ist gelblich bis grau-weißlich. Der subgingivale Zahnstein sitzt unterhalb des Zahnfleischrands in den Zahnfleischtaschen, ist dunkelbraun bis schwarz und nicht direkt sichtbar. Beide haben unterschiedliche pathologische Auswirkungen, und beide brauchen eine andere Entfernungstechnik.
Patientinnen und Patienten kommen oft mit der Frage „muss das wirklich weg?" in unsere Sprechstunde. Die ehrliche Antwort lautet: ja, und zwar nicht nur, weil der Belag unschön ist. Zahnstein ist eine raue Oberfläche, an die sich neue Plaque besonders gut anlagert. Wer Zahnstein hat, baut deshalb mehr neue Plaque pro Tag auf, als jemand mit glatten Zahnoberflächen. Das Problem verstärkt sich von selbst, wenn nichts geschieht.
Hinzu kommt eine direkte Wirkung auf das Zahnfleisch. Der raue Belag reizt das umliegende Weichgewebe, das Zahnfleisch entzündet sich, schwillt an und blutet beim Putzen. Im ersten Schritt entsteht eine Gingivitis, eine Zahnfleischentzündung, die noch vollständig reversibel ist. Wenn die Entzündung aber unbehandelt bleibt und sich in die Zahnfleischtaschen ausbreitet, wird daraus eine Parodontitis. Der Knochen, der die Zähne hält, baut sich langsam ab, oft über Jahre und ohne Schmerzen. Bis Lockerungen oder Wandern einzelner Zähne auffallen, ist meist schon viel Halt verloren gegangen. Eine ausführliche Darstellung zur professionellen Zahnreinigung als Vorsorge finden Sie in unserem Beitrag Professionelle Zahnreinigung.
Auch jenseits des Mundes ist die Wirkung dokumentiert. In epidemiologischen Beobachtungen geht eine unbehandelte schwere Parodontitis mit einem messbar erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse einher, und bei Diabetes erschwert sie die Blutzuckereinstellung. Wer Zahnstein dauerhaft toleriert, entscheidet damit indirekt auch über das parodontale Risiko, und das hat Konsequenzen, die über das Lächeln hinausreichen.
Eine berechtigte Frage in der Sprechstunde: „Kann ich nicht selbst stärker putzen, dann ist der weg?" Die Antwort darauf ist physikalisch eindeutig: nein. Mineralisierter Zahnstein hat eine Härte ähnlich der von Knochen, deutlich härter als das, was eine Zahnbürste mechanisch lösen könnte. Stärkeres Schrubben verursacht keine Entfernung des Zahnsteins, aber es kann den Zahnschmelz oder das freiliegende Wurzelzement beschädigen, vor allem an empfindlichen Zahnhälsen. Manche Patientinnen und Patienten kommen zu uns mit ausgeprägten Putzdefekten, weil sie über Monate versucht haben, Zahnstein „weg zu bürsten". Das Ergebnis sind dann freiliegende Zahnhälse, Empfindlichkeit auf Kälte und ein neues Problem, ohne dass der eigentliche Zahnstein gewichen wäre.
Auch Hausmittel wie Backpulver, Salz, Zitronensaft oder Aktivkohle haben gegen Zahnstein keine Chance. Sie wirken bestenfalls oberflächlich auf weiche Beläge, im schlimmsten Fall greifen sie den Zahnschmelz mechanisch oder chemisch an. Wir raten von solchen Versuchen ausdrücklich ab. Was Zahnstein wirklich entfernt, ist eine professionelle Zahnreinigung in der Praxis.
In unserer Praxis arbeiten wir mit einer Kombination aus drei Verfahren, die je nach Lokalisation und Menge des Zahnsteins eingesetzt werden. Mit einem Ultraschall-Scaler entfernen wir grobe Mengen von supragingivalem Zahnstein. Das Instrument schwingt mit hoher Frequenz und löst die mineralisierten Beläge in kleinen Bruchstücken, ohne den Zahnschmelz zu beschädigen. Mit dem Airflow-Verfahren, einem feinen Pulver-Wasser-Luft-Strahl, entfernen wir verbleibende Beläge und hartnäckige Verfärbungen, vor allem an glatten Flächen und in den Zahnzwischenräumen. Mit Handinstrumenten, sogenannten Küretten und Scalern, arbeiten wir präzise an einzelnen Stellen, vor allem subgingival entlang des Zahnfleischrands und in den Zahnfleischtaschen.
Im Anschluss polieren wir alle Zahnflächen, damit die Oberfläche möglichst glatt wird und sich neue Plaque schlechter anhaften kann. Den Abschluss bildet eine Fluoridierung, die den Zahnschmelz härtet und einen zusätzlichen Schutzschild gegen Säuren bildet. Eine vollständige professionelle Zahnreinigung dauert bei normalen Verhältnissen 45 bis 75 Minuten, bei stark belasteten Zähnen länger. Den Termin planen wir bewusst in einem Tempo, das zu Ihrem Befund passt, nicht zu einem Standardraster.
Wir halten wenig von einem Standard-Programm „PZR für alle, eine Stunde, fertig". Wer wenig Zahnstein hat, gut putzt und ein gesundes Zahnfleisch zeigt, braucht eine andere Reinigung als jemand mit ausgeprägtem subgingivalen Zahnstein und Parodontitis-Vorgeschichte. Wir machen Ihre Beläge zu Beginn jeder Sitzung mit Anfärbetabletten sichtbar, um zu sehen, wo Sie beim Putzen nicht hinkommen, und passen die Reinigung daran an. Anschließend zeigen wir Ihnen das Ergebnis und besprechen mit Ihnen, welche Hilfsmittel für Sie zu Hause sinnvoll sind: Interdentalbürsten bestimmter Größe, elektrische Zahnbürste mit oszillierendem oder Schall-Kopf, Mundspüllösungen bei spezifischen Indikationen.
Bei Patientinnen und Patienten mit Parodontitis-Vorgeschichte ist die unterstützende Parodontaltherapie eine eigene Behandlungsform, die in dreimonatigen Intervallen erfolgt und seit der Reform der Parodontalrichtlinie 2021 in vielen Fällen über zwei Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird.
Die einmalige Zahnsteinentfernung einmal pro Jahr ist eine Standardleistung der gesetzlichen Krankenkassen und für Sie ohne Eigenanteil. Sie umfasst aber nur die mechanische Entfernung des sichtbaren Zahnsteins, ohne Politur, ohne Fluoridierung, ohne Beratung. Das ist ein notwendiger erster Schritt, aber keine vollständige Vorsorge. Eine vollständige professionelle Zahnreinigung mit Ultraschall, Airflow, Politur und Fluoridierung ist eine private Zusatzleistung. In unserer Praxis liegt der Eigenanteil je nach Aufwand zwischen 80 und 150 Euro. Mehr als 90 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die PZR mittlerweile mit Beträgen zwischen 30 und 80 Euro pro Jahr, einige übernehmen die vollen Kosten.
Privat versicherte Patientinnen und Patienten erhalten die Kosten in den meisten Tarifen voll erstattet, in manchen Tarifen mit einer jährlichen Höchstsumme. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir gemeinsam vor der Behandlung. Eine gezielte Anfrage bei der eigenen Krankenkasse zahlt sich aus, denn die Förderbeträge sind oft höher als angenommen.
Zahnstein lässt sich nicht vollständig vermeiden, aber seine Bildung lässt sich erheblich verlangsamen. Die wichtigste Stellschraube ist eine konsequente häusliche Pflege: zweimal täglich putzen und einmal täglich den Zahnzwischenraum reinigen, idealerweise mit Interdentalbürste, weil Zahnseide bei einigen Anatomien nicht zuverlässig greift. Genauso wichtig ist die Putztechnik: nicht stärker, sondern besser. Wir zeigen Ihnen bei jeder Reinigung, an welchen Stellen Ihr Belag besonders schnell zurückkommt. Den Rahmen setzt schließlich ein passendes Recall-Intervall. Wer schnell Zahnstein bildet, profitiert von kürzeren Abständen, weil weiche Plaque viel leichter zu entfernen ist als bereits mineralisierter Zahnstein.
Bei manchen Patientinnen und Patienten ist die Speichelzusammensetzung so beschaffen, dass sich Zahnstein trotz guter Mundhygiene besonders schnell aufbaut. Das ist keine Disziplinfrage, sondern eine Eigenschaft des individuellen Speichels. Hier ist ein dreimonatiges PZR-Intervall sinnvoll, damit weiche Plaque entfernt wird, bevor sie verkalkt. Welcher Rhythmus zu Ihnen passt, klären wir gemeinsam, anhand des Befunds bei der nächsten Kontrolle in der Hildesheimer Straße 25.
Die Geschwindigkeit der Zahnsteinbildung hängt vom individuellen Speichel ab. Manche Menschen haben eine Speichelzusammensetzung, die das Mineralangebot erhöht und Plaque besonders schnell verhärten lässt. Das ist keine Disziplinfrage. Wer schnell Zahnstein bildet, profitiert von kürzeren PZR-Intervallen, etwa alle drei Monate.
Nein. Mineralisierter Zahnstein hat eine Härte ähnlich der von Knochen und ist mit einer Zahnbürste mechanisch nicht mehr lösbar. Versuche mit Hausmitteln wie Backpulver oder Zitronensaft schaden meist eher dem Zahnschmelz, ohne den Zahnstein zu entfernen. Eine professionelle Zahnreinigung in der Praxis ist der einzige sichere Weg.
Eine professionelle Zahnreinigung ist in der Regel schmerzarm. Bei freiliegenden Zahnhälsen oder entzündetem Zahnfleisch kann die Behandlung empfindlich sein. Wir arbeiten in solchen Fällen mit oberflächlich wirkendem Anästhesie-Gel, bei stärkerer Empfindlichkeit auch mit lokaler Betäubung. Eine Lachgassedierung ist auf Wunsch ebenfalls möglich.
Bei niedrigem Risiko reicht eine professionelle Zahnreinigung pro Jahr aus. Bei mittlerem Risiko empfehlen wir zwei Termine, bei erhöhtem Risiko, zum Beispiel nach einer Parodontitisbehandlung oder bei Implantaten, drei bis vier Termine pro Jahr. Den passenden Rhythmus legen wir gemeinsam fest.
Die einmalige Zahnsteinentfernung einmal pro Jahr ist Bestandteil der gesetzlichen Leistungen. Die vollständige professionelle Zahnreinigung mit Ultraschall, Airflow, Politur und Fluoridierung ist eine private Zusatzleistung. Mehr als 90 Prozent der gesetzlichen Kassen bezuschussen die PZR inzwischen mit 30 bis 80 Euro pro Jahr.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Sie.