Zahnstein

Zahnstein ist ein hart mineralisierter Zahnbelag aus eingelagerten Mineralsalzen, abgestorbenen Bakterien und Speichelbestandteilen, der sich aus weicher Plaque bildet und nicht mehr durch häusliche Zahnpflege entfernt werden kann.

Zahnstein verhärtet aus weicher Plaque schon innerhalb weniger Tage durch Mineralsalze aus dem Speichel.
Häufigste Lokalisation: Innenflächen der unteren Schneidezähne und Außenflächen der oberen Backenzähne, nahe den Speicheldrüsengängen.
Zahnbürste und Hausmittel entfernen mineralisierten Zahnstein nicht mehr, nur die professionelle Reinigung in der Praxis.
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Inhaltsverzeichnis

Warum sich Zahnstein nicht wegputzen lässt

Was sich einmal zu Stein verfestigt hat, bekommt keine Zahnbürste der Welt wieder ab. Das ist die eine Tatsache, die in der Sprechstunde am häufigsten für Überraschung sorgt. Viele Patientinnen und Patienten gehen davon aus, dass ein hartnäckiger Belag an den Zähnen nur eine Frage der Gründlichkeit sei: stärker putzen, länger putzen, das richtige Mittel benutzen, dann müsse er doch weichen. Bei Zahnstein stimmt das nicht. Sobald weiche Plaque Mineralien aus dem Speichel aufgenommen hat und ausgehärtet ist, lässt sie sich mechanisch von zu Hause aus nicht mehr lösen. Genau dieser eine Umstand ist der Grund, warum es die professionelle Entfernung in der Praxis überhaupt gibt.

Zahnstein ist also kein Versäumnis, sondern ein natürlicher Übergangszustand: ein Belag, der zu lange an einer Stelle gesessen hat und in dieser Zeit verkalkt ist. Wer das verstanden hat, hört auf, sich selbst die Schuld zu geben, und fängt an, an der richtigen Stelle anzusetzen. In diesem Beitrag erklären wir, wie aus Plaque Zahnstein wird, warum die untere und obere Front sowie die Innenseiten besonders betroffen sind, welche Folgen ein dauerhaft belassener Belag hat und wie wir ihn in der Prophylaxe wieder entfernen.

Wie aus weicher Plaque mineralisierter Zahnstein wird

An jeder Zahnoberfläche bildet sich nach dem Putzen innerhalb weniger Stunden ein dünner, klebriger Bakterienfilm, die Plaque. Sie besteht aus Bakterien, ihren Stoffwechselprodukten, Eiweißbestandteilen aus dem Speichel und Nahrungsresten. In dieser frischen Form ist Plaque weich und mit Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürste relativ leicht zu lösen. Wer regelmäßig und an den richtigen Stellen putzt, hält die Plaque-Menge in einem unkritischen Bereich.

Bleibt Plaque jedoch an einer Stelle liegen, an die Bürste oder Zahnseide nicht zuverlässig kommen, beginnt schon nach wenigen Tagen ein Mineralisierungsprozess. Mineralsalze aus dem Speichel, vor allem Kalzium- und Phosphatverbindungen, lagern sich in den Bakterienfilm ein. Das Gewebe verhärtet, und aus weicher Plaque wird harter Zahnstein. Dieser Vorgang läuft beim Zahnstein erheblich schneller ab als beim viel gerühmten Vergleich mit Tropfsteinen: Hier sind es Tage, nicht Jahre.

Wenn Sie das einmal nachvollzogen haben, wird verständlich, warum sich Zahnstein an einigen Stellen besonders gerne sammelt. Die Innenflächen der unteren Schneidezähne und die Außenflächen der oberen Backenzähne liegen direkt gegenüber den Ausführungsgängen der großen Speicheldrüsen. Genau dort ist das Mineralangebot ständig hoch, der Speichel umspült den Belag kontinuierlich, und kleine Plaque-Reste verkalken besonders rasch. Es ist kein Zufall, dass viele Menschen ausgerechnet an der Innenseite der unteren Front den ersten sichtbaren Zahnstein bemerken.

Über und unter dem Zahnfleischrand entstehen zwei sehr verschiedene Formen

In der Praxis unterscheiden wir zwei Hauptformen, die unterschiedlich aussehen und unterschiedlich gefährlich sind. Der supragingivale Zahnstein sitzt sichtbar auf der Zahnkrone oberhalb des Zahnfleischrands. Er ist gelblich bis grau-weißlich, gut zu erkennen und stört viele Patientinnen und Patienten vor allem optisch. So unangenehm er aussieht, ist er der harmlosere von beiden, weil er sich gut darstellen und entfernen lässt.

Der subgingivale Zahnstein dagegen sitzt unterhalb des Zahnfleischrands in den Zahnfleischtaschen. Diese Form wird auch Konkrement genannt, ist meist dunkelbraun bis schwarz und von außen nicht zu sehen. Genau das macht sie zum eigentlichen Problem. Das Konkrement liegt direkt am empfindlichen Übergang zwischen Zahn und Knochen, hält dort dauerhaft Bakterien fest und unterhält eine stille Entzündung, die nach unten in den Zahnhalteapparat wandert. Während supragingivaler Zahnstein in erster Linie ein sichtbares Ärgernis ist, ist subgingivaler Zahnstein der gefährlichere, weil er den Knochenabbau vorantreibt, lange bevor jemand etwas davon spürt.

Warum Zahnstein mehr ist als ein optisches Problem

Viele kommen mit der Frage in unsere Sprechstunde, ob der Belag wirklich entfernt werden muss, wenn er doch nicht wehtut. Die Antwort lautet ja, und der Grund liegt in der Oberfläche. Zahnstein ist rau und porös, ganz anders als der glatte Zahnschmelz. An dieser rauen Oberfläche lagert sich neue Plaque besonders leicht und in größerer Menge an. Wer Zahnstein hat, baut deshalb mehr frischen Belag pro Tag auf als jemand mit glatten Zahnflächen. Das Problem verstärkt sich von selbst, solange nichts geschieht.

Dazu kommt eine direkte Wirkung auf das Weichgewebe. Die in der rauen Schicht festsitzenden Bakterien reizen das umliegende Zahnfleisch dauerhaft. Es entzündet sich, schwillt an und blutet beim Putzen. Im ersten Schritt entsteht eine Gingivitis, eine Zahnfleischentzündung, die im frühen Stadium noch vollständig umkehrbar ist. Bleibt die Entzündung jedoch bestehen und breitet sie sich in die Zahnfleischtaschen aus, wird daraus eine Parodontitis. Der Knochen, der die Zähne hält, baut sich dann langsam ab, oft über Jahre und ohne Schmerzen. Bis einzelne Zähne locker werden oder zu wandern beginnen, ist meist schon viel Halt verloren gegangen.

Spürbar wird Zahnstein für viele zuerst über den Mundgeruch. Die Bakterien im Belag produzieren schwefelhaltige Verbindungen, die unangenehm riechen und sich durch Zähneputzen allein nicht dauerhaft beseitigen lassen, solange der Belag bleibt. Ein hartnäckiger Mundgeruch, der trotz guter Pflege nicht weichen will, ist deshalb ein häufiger erster Anlass, mit dem Patientinnen und Patienten zu uns kommen, und nicht selten steckt Zahnstein dahinter.

Warum die Zahnbürste an diesem Punkt machtlos ist

Eine berechtigte Frage in der Sprechstunde lautet, ob man nicht einfach kräftiger putzen könne, damit der Belag verschwindet. Die Antwort ist physikalisch eindeutig. Mineralisierter Zahnstein ist hart, deutlich härter als das, was die weichen Borsten einer Zahnbürste mechanisch abtragen könnten. Stärkeres Schrubben entfernt keinen Zahnstein, kann aber den Zahnschmelz und vor allem das weichere, freiliegende Wurzelzement an den Zahnhälsen beschädigen. Manche Patientinnen und Patienten kommen mit ausgeprägten Putzdefekten zu uns, weil sie über Monate versucht haben, einen Belag wegzubürsten, der gar nicht durch Bürsten zu lösen war. Das Ergebnis sind dann freiliegende Zahnhälse und Empfindlichkeit auf Kälte, während der eigentliche Zahnstein unverändert sitzt.

Auch Hausmittel wie Backpulver, Salz, Zitronensaft oder Aktivkohle haben gegen Zahnstein keine Chance. Sie wirken bestenfalls oberflächlich auf weiche Beläge. Im schlimmsten Fall greifen sie den Zahnschmelz mechanisch oder chemisch an und hinterlassen eine angeraute Oberfläche, an der sich neue Plaque danach noch leichter festsetzt. Wir raten von solchen Versuchen ausdrücklich ab. Was Zahnstein wirklich entfernt, ist die professionelle Reinigung in der Praxis, und nichts davon lässt sich zu Hause ersetzen.

Wie wir Zahnstein in der Zahnwelt Hannover entfernen

In unserer Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt arbeiten wir bei der Entfernung mit einer Kombination aus zwei Verfahren, abgestimmt auf Lage und Menge des Zahnsteins. Mit einem Ultraschall-Scaler lösen wir grobe Mengen von supragingivalem Zahnstein. Das Instrument schwingt mit hoher Frequenz und sprengt die mineralisierten Beläge in kleinen Bruchstücken ab, ohne den darunterliegenden Zahnschmelz zu beschädigen. Mit Handinstrumenten, sogenannten Scalern und Küretten, arbeiten wir anschließend präzise an einzelnen Stellen, vor allem subgingival entlang des Zahnfleischrands und in den Zahnfleischtaschen, wo das Ultraschallgerät allein nicht fein genug arbeitet.

Im Anschluss polieren wir alle Zahnflächen, damit die Oberfläche möglichst glatt wird und sich neue Plaque schlechter anlagern kann. Den Abschluss bildet eine Fluoridierung, die den Zahnschmelz härtet und einen zusätzlichen Schutz gegen Säuren bildet. Diese gründliche Reinigung mit Politur und Fluoridierung ist Teil einer vollständigen professionellen Zahnreinigung (PZR). Wie viel Zeit eine Sitzung braucht, richtet sich nach Ihrem Befund, nicht nach einem Standardraster: Wer wenig Belag hat, ist schneller fertig als jemand mit ausgeprägtem subgingivalem Zahnstein.

Wir halten wenig von einem Programm nach Schema F. Wer wenig Zahnstein hat, gut putzt und ein gesundes Zahnfleisch zeigt, braucht eine andere Reinigung als jemand mit hartnäckigem Belag unter dem Zahnfleischrand und einer Parodontitis-Vorgeschichte. Deshalb machen wir die Beläge zu Beginn sichtbar, passen die Reinigung daran an und zeigen Ihnen am Ende, an welchen Stellen Ihr Belag besonders schnell zurückkommt. So wird aus der Reinigung zugleich eine Anleitung für die häusliche Pflege.

Was eine Zahnsteinentfernung in Deutschland kostet

Die einmalige Zahnsteinentfernung pro Jahr ist eine Standardleistung der gesetzlichen Krankenkassen und für Sie ohne Eigenanteil. Sie umfasst aber nur die mechanische Entfernung des sichtbaren Zahnsteins, ohne Politur, ohne Fluoridierung und ohne ausführliche Beratung. Das ist ein sinnvoller erster Schritt, aber keine vollständige Vorsorge. Eine vollständige professionelle Zahnreinigung (PZR) mit Ultraschall, Handinstrumenten, Politur und Fluoridierung ist eine private Zusatzleistung. Der Eigenanteil liegt je nach Aufwand und Belagmenge in der Regel zwischen 80 bis 150 Euro.

Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die PZR inzwischen mit Beträgen zwischen 30 und 80 Euro pro Jahr, einige übernehmen die vollen Kosten. Privat versicherte Patientinnen und Patienten erhalten die Kosten in den meisten Tarifen voll erstattet, in manchen mit einer jährlichen Höchstsumme. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam, und eine gezielte Anfrage bei der eigenen Kasse lohnt sich, weil die Förderbeträge oft höher ausfallen als angenommen.

Wie sich die Neubildung von Zahnstein verlangsamen lässt

Zahnstein lässt sich nicht völlig vermeiden, seine Bildung aber erheblich verlangsamen. Die wichtigste Stellschraube ist die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume, denn genau dort, wo Bürste und Zahnseide schlecht hinkommen, verkalkt liegengebliebene Plaque am schnellsten. Eine Interdentalbürste in der passenden Größe greift bei vielen Anatomien zuverlässiger als Zahnseide und erreicht die kritischen Nischen besser. Welche Größe zu Ihren Zahnzwischenräumen passt, zeigen wir Ihnen bei der nächsten Reinigung.

Genauso wichtig ist die Putztechnik: nicht stärker, sondern besser und an den richtigen Stellen. Den Rahmen setzt schließlich ein passendes Recall-Intervall. Wer schnell Zahnstein bildet, profitiert von kürzeren Abständen, weil weiche Plaque vor dem Verkalken viel leichter zu entfernen ist als bereits ausgehärteter Zahnstein. Bei manchen Patientinnen und Patienten ist die Speichelzusammensetzung so beschaffen, dass sich trotz guter Mundhygiene besonders schnell Zahnstein aufbaut. Das ist keine Frage der Disziplin, sondern eine Eigenschaft des individuellen Speichels. Welcher Rhythmus zu Ihnen passt, klären wir gemeinsam anhand des Befunds bei der nächsten Kontrolle in der Hildesheimer Straße 25.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Warum bilde ich so schnell Zahnstein?

Die Geschwindigkeit der Zahnsteinbildung hängt vom individuellen Speichel ab. Bei manchen Menschen ist die Speichelzusammensetzung so beschaffen, dass das Mineralangebot hoch ist und weiche Plaque besonders schnell aushärtet. Das ist keine Frage mangelnder Disziplin. Wer schnell Zahnstein bildet, profitiert von kürzeren Reinigungsintervallen, oft etwa alle drei Monate.

Kann ich Zahnstein selbst entfernen?

Nein. Mineralisierter Zahnstein ist so hart, dass er mit einer Zahnbürste mechanisch nicht mehr zu lösen ist. Versuche mit Hausmitteln wie Backpulver oder Zitronensaft schaden meist eher dem Zahnschmelz, ohne den Zahnstein zu entfernen. Der einzige sichere Weg ist die professionelle Reinigung in der Praxis mit Ultraschall und Handinstrumenten.

Ist subgingivaler Zahnstein gefährlicher als sichtbarer Zahnstein?

Ja. Der sichtbare supragingivale Zahnstein oberhalb des Zahnfleischrands ist vor allem ein optisches Problem und gut zu entfernen. Der subgingivale Zahnstein, auch Konkrement genannt, sitzt unter dem Zahnfleischrand in den Taschen, ist von außen nicht sichtbar und unterhält dort eine stille Entzündung. Genau diese Form treibt den Knochenabbau bei einer Parodontitis voran.

Tut die Zahnsteinentfernung weh?

Eine professionelle Zahnreinigung ist in der Regel schmerzarm. Bei freiliegenden Zahnhälsen oder entzündetem Zahnfleisch kann die Behandlung empfindlich sein. In solchen Fällen arbeiten wir mit einem oberflächlich wirkenden Gel, bei stärkerer Empfindlichkeit auch mit einer lokalen Betäubung. Für Angstpatientinnen und Angstpatienten ist auf Wunsch eine Lachgassedierung möglich.

Was übernimmt die Krankenkasse bei Zahnstein?

Die einmalige Zahnsteinentfernung pro Jahr ist Bestandteil der gesetzlichen Leistungen und für Sie ohne Eigenanteil. Die vollständige professionelle Zahnreinigung mit Ultraschall, Handinstrumenten, Politur und Fluoridierung ist eine private Zusatzleistung. Viele gesetzliche Kassen bezuschussen die PZR inzwischen mit 30 bis 80 Euro pro Jahr. Den genauen Anteil klären wir vor der Behandlung mit Ihnen.

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