Knochenaufbau (Augmentation)

Knochenaufbau bezeichnet die chirurgische Vermehrung von Kieferknochen, damit ein Implantat sicher und langfristig im Knochen verankert werden kann, wenn die ursprüngliche Knochenmenge nach Zahnverlust nicht ausreicht.

Nach Zahnverlust schmilzt der Kieferknochen in den ersten sechs bis zwölf Monaten am stärksten ab.
Wir kombinieren Eigenknochen aus dem Unterkiefer mit klinisch dokumentiertem Ersatzmaterial.
Heilungszeit nach größerem Aufbau in der Regel sechs bis neun Monate vor der Implantation.
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Inhaltsverzeichnis

Warum nach Jahren ohne Zahn der Knochen schmilzt

Ein fehlender Zahn bleibt selten ein isoliertes Problem. Der Kieferknochen an dieser Stelle wird nach dem Verlust nicht mehr über eine Wurzel belastet, und Knochen, der keine Belastung mehr erfährt, baut sich ab. Nach einigen Jahren ohne Zahn ist aus der kleinen Delle im Zahnfleisch im Querschnitt ein schmaler, niedriger Knochenkamm geworden, in dem ein Standard-Implantat keinen sicheren Halt mehr findet. Sichtbar wird das meist erst auf dem digitalen Volumentomogramm, und für viele Patientinnen und Patienten ist es eine Überraschung. An dieser Stelle setzt der Knochenaufbau an.

In unserer Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt sehen wir diese Situation regelmäßig. Yasin Schirwath, Schwerpunkt Implantologie und Zahnersatz, plant Augmentationen gemeinsam mit dem implantologisch erfahrenen Team. Wir besprechen vor jedem Eingriff in einem persönlichen Termin, ob ein Aufbau wirklich nötig ist, in welchem Umfang er sinnvoll ist und welches Verfahren zu Ihrer Anatomie passt.

Was Knochenaufbau medizinisch bedeutet

Knochenaufbau, fachsprachlich Augmentation, beschreibt jede chirurgische Maßnahme, mit der wir verlorenen Kieferknochen wieder vermehren, sodass ein Implantat später sicher eingesetzt werden kann. Der Hintergrund ist eine biologische Tatsache, die viele Patientinnen und Patienten überrascht: Ein Zahn überträgt beim Kauen Kräfte über seine Wurzel in den Kieferknochen. Dieser ständige Reiz hält den Knochen aktiv. Fehlt der Zahn und damit der Reiz, baut sich der Knochen ab. Die Atrophie beginnt unmittelbar nach Zahnverlust und verläuft in den ersten sechs bis zwölf Monaten am stärksten. Je länger eine Lücke unversorgt bleibt, desto schmaler und niedriger wird der Knochenkamm an dieser Stelle.

Wir unterscheiden zwei Aufbaurichtungen. Eine horizontale Augmentation verbreitert einen schmalen Kieferknochen, damit ein Implantat in normaler Stärke gesetzt werden kann. Eine vertikale Augmentation erhöht den Kieferkamm, wenn der Knochen nach unten oder oben zu wenig Höhe hat. Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich kommt eine besondere Form hinzu, der Sinuslift, bei dem wir den Boden der Kieferhöhle anheben und unter der Schleimhaut Knochenmaterial einbringen. Welche Form bei Ihnen sinnvoll ist, lesen wir aus dem dreidimensionalen Befund einer DVT-Aufnahme heraus, ergänzt durch die klinische Untersuchung im Mund.

Welche Materialien wir für den Aufbau verwenden

Augmentationsmaterial soll zwei Aufgaben erfüllen. Es soll einen stabilen Platzhalter bilden, der die Form des neuen Knochenkamms bestimmt, und es soll das körpereigene Knochengewebe einladen, in den Bereich einzuwandern und ihn nach und nach umzubauen. Wir arbeiten mit drei Hauptkategorien, die wir je nach Defekt kombinieren.

Eigenknochen, fachsprachlich autologes Material, gewinnen wir bei Bedarf aus dem aufsteigenden Unterkieferast oder aus dem Bereich des Weisheitszahnfachs. Eigenknochen ist das biologisch verträglichste Material, weil er die Bauanleitung für neuen Knochen direkt mitbringt. Er wird besonders schnell umgebaut und integriert. Der Nachteil: Er steht in begrenzter Menge zur Verfügung, und die Entnahme bedeutet einen zweiten chirurgischen Bereich.

Knochenersatzmaterial bovinen oder synthetischen Ursprungs ist in unbegrenzter Menge verfügbar und wird sehr langsam abgebaut. Das ist in vielen Indikationen ein Vorteil, weil das Volumen über Jahre stabil bleibt. Wir verwenden Materialien, die seit Jahrzehnten klinisch dokumentiert sind und mit einer hohen biologischen Verträglichkeit. Häufig kombinieren wir Eigenknochen-Späne mit Ersatzmaterial, um die schnelle Umbau-Eigenschaft des einen mit der Volumenstabilität des anderen zu vereinen.

Über das gewählte Material legen wir bei größeren Defekten eine resorbierbare Membran, die zwei Aufgaben hat. Sie hält das eingebrachte Material an Ort und Stelle, und sie verhindert, dass schneller wachsendes Weichgewebe in den Augmentationsbereich einwächst, bevor der Knochen Zeit hatte, sich zu bilden. Bei besonders anspruchsvollen vertikalen Aufbauten kommt zusätzlich eine titanverstärkte Membran zum Einsatz.

Wann der Aufbau gleichzeitig mit dem Implantat möglich ist

Die Frage, ob Knochenaufbau und Implantation in einer Sitzung möglich sind, hört der ganze Tag in der Beratung. Die Antwort hängt vom Restknochen ab. Bei einer geringen bis mittleren Defektgröße setzen wir Implantat und Augmentat oft im selben Termin. Das Implantat findet noch ausreichend stabilen Knochen für die Primärstabilität, das umliegende Aufbau-Material reift in den folgenden Monaten um das Implantat herum.

Bei ausgedehnten Defekten ist eine zweizeitige Vorgehensweise sicherer. Wir bauen den Knochen zuerst auf, lassen das Areal in der Regel sechs bis neun Monate reifen und setzen das Implantat dann in stabiles, durchblutetes Knochengewebe. Diese längere Bauzeit lohnt sich, weil sie die Erfolgssicherheit der späteren Versorgung erhöht und das Risiko für Komplikationen senkt. Welcher Weg bei Ihnen sinnvoll ist, planen wir gemeinsam, sobald uns das DVT vorliegt.

Wie der Eingriff in unserer Praxis abläuft

Vor dem Aufbau steht eine ausführliche Diagnostik. Wir nehmen einen klinischen Befund auf, prüfen Ihre allgemeine Gesundheitssituation und vorhandene Medikation, fertigen eine dreidimensionale Röntgenaufnahme an und planen daran das Volumen, die Form und den exakten Ort des Aufbaus. Bei komplexen Geometrien arbeiten wir mit einer digitalen Backwards-Planung: Wir entwerfen zuerst die spätere Krone, daraus leiten wir die ideale Implantatposition ab, und daraus ergibt sich, wo und wie viel Knochen wir aufbauen müssen. Diese Reihenfolge verhindert das häufigste Problem, einen technisch korrekten Aufbau, in dem das Implantat aber nicht prothetisch ideal stehen würde.

Der eigentliche Eingriff erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung. Wer das wünscht oder wer mit Zahnarztangst zu tun hat, kann eine zusätzliche Lachgassedierung erhalten, bei größeren Eingriffen ist auch eine Sedierung in Kooperation mit einem Anästhesiologen möglich. Wir öffnen das Zahnfleisch über dem zu versorgenden Bereich, bereiten die Knochenoberfläche vor, bringen das Material ein, fixieren es bei Bedarf mit kleinen Pins und decken alles mit Membran und einer dichten Naht ab. Die meisten Augmentationen dauern zwischen 45 und 90 Minuten, ausgedehnte vertikale Aufbauten oder Sinuslifts entsprechend länger.

In den Tagen nach dem Eingriff ist mit Schwellung und einem Druckgefühl im Operationsgebiet zu rechnen. Wir geben Ihnen einen schriftlichen Plan zur Nachsorge mit, dazu gehören Kühlung, eine vorübergehend angepasste Mundhygiene mit antibakterieller Spüllösung, Schonung beim Sport und das Vermeiden bestimmter Speisen. Die Fäden ziehen wir nach sieben bis zehn Tagen. Eine Reihe von Kontrollterminen begleitet den Heilungsverlauf, bis wir gemeinsam entscheiden, dass der Knochen für die Implantation bereit ist.

Wann Knochenaufbau nicht das richtige Mittel ist

Wir empfehlen Augmentationen nur dort, wo ein klarer prothetischer Nutzen erkennbar ist. Bei einer einzelnen Lücke im nicht sichtbaren Seitenzahnbereich kann eine konventionelle Brücke die bessere Lösung sein, vor allem wenn die Nachbarzähne ohnehin überkronungspflichtig sind. Bei stark eingeschränktem Allgemeinzustand, ausgeprägter Osteoporose mit antiresorptiver Medikation, schlecht eingestelltem Diabetes oder aktiven Entzündungen im Mund prüfen wir besonders sorgfältig, ob eine Augmentation in Ihrem Fall medizinisch verantwortbar ist. Auch starkes Rauchen verschlechtert die Erfolgsquote messbar, weil die Durchblutung im Operationsgebiet beeinträchtigt ist. In solchen Situationen sprechen wir das offen an und entwickeln Alternativen.

Was ein Knochenaufbau in unserer Praxis kostet

Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Knochenaufbau ist in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel keine Kassenleistung, weil er als Voraussetzung einer Implantatversorgung gilt, die selbst eine private Versorgung ist. Die Bandbreite liegt typischerweise zwischen 300 und 2.000 Euro je Eingriff, je nach Volumen, Material und Lokalisation. Ein Sinuslift wird mit etwa 800 bis 2.500 Euro kalkuliert. Hinzu kommt die Implantation selbst, für die in der einfachen Versorgung etwa 1.500 bis 3.500 Euro pro Implantat anzusetzen sind, sowie der spätere Zahnersatz auf dem Implantat. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.

Privatversicherte und Patientinnen oder Patienten mit Zahnzusatzversicherung reichen den Heil- und Kostenplan idealerweise vor dem Eingriff bei ihrer Versicherung ein. So ist die Erstattungshöhe vorher geklärt. Die Unterlagen stellen wir zusammen, und Rückfragen der Kostenträger beantworten wir direkt aus der Praxis.

Wie wir das Risiko gering halten

Augmentationen sind chirurgische Eingriffe und tragen ein Risiko, das sich durch sorgfältige Planung deutlich reduzieren lässt. Wir verwenden ausschließlich klinisch dokumentierte Materialien, arbeiten mit dreidimensionaler Bildgebung, planen die Position und das Volumen vor dem Schnitt und führen den Eingriff unter sterilen Kautelen durch. Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, lokale Infektionen oder ein partieller Verlust des Augmentats kommen vor, sind aber bei guter Planung und Nachsorge selten. Sollte einmal eine Korrektur nötig sein, sprechen wir das offen an und legen einen verbindlichen Weg fest. Bei Patientinnen und Patienten mit Bisphosphonat-Therapie, schwerer Osteoporose oder bestimmten onkologischen Vorerkrankungen halten wir Rücksprache mit den behandelnden Ärzten und schätzen das Risiko interdisziplinär ein.

Eine wichtige Stellschraube nach dem Eingriff ist die Mundhygiene rund um die Operationsstelle. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ohne mechanische Belastung auf den Wundbereich reinigen, welche Spüllösungen sinnvoll sind und wann Sie wieder normal putzen dürfen. Eine engmaschige Prophylaxe in den Monaten nach der Augmentation senkt das Risiko für eine Periimplantitis später erheblich.

Warum die Reihenfolge der Schritte über das Ergebnis entscheidet

Der häufigste Fehler bei Implantatversorgungen mit ungenügendem Knochen ist, an der falschen Stelle zu sparen. Wer aus Zeit- oder Kostengründen den Aufbau verkleinert oder weglässt, riskiert ein Implantat in suboptimaler Position, das später schwer zu reinigen ist und ein erhöhtes Risiko für Knochenabbau am Implantatkörper trägt. Wir planen Augmentationen deshalb großzügig genug, um die Implantatposition prothetisch ideal zu erlauben, und nehmen lieber eine längere Heilungsphase in Kauf als eine geringere Versorgungsqualität. Welcher zeitliche Rahmen für Sie realistisch ist, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich vor jedem Implantat einen Knochenaufbau?

Nein. Bei ausreichend hohem und breitem Knochenkamm setzen wir das Implantat ohne Aufbau. Ob ein Aufbau nötig ist, sehen wir erst auf der dreidimensionalen Röntgenaufnahme. In vielen Fällen reicht eine kleine lokale Augmentation rund um das Implantat, in anderen ist ein größerer Aufbau in einer separaten Sitzung sinnvoller. Wir besprechen das Ergebnis der Diagnostik mit Ihnen.

Wie schmerzhaft ist ein Knochenaufbau?

Der Eingriff selbst erfolgt unter lokaler Betäubung und ist in der Regel schmerzfrei. In den ersten drei bis fünf Tagen danach treten Druck, Schwellung und ein dumpfer Schmerz auf, der mit gängigen Schmerzmitteln gut zu beherrschen ist. Wer ängstlich ist, kann zusätzlich mit Lachgas behandelt werden. Bei größeren Eingriffen besprechen wir auch eine Sedierung mit Anästhesist.

Wann kann das Implantat nach einem Aufbau gesetzt werden?

Bei kleinen Aufbauten setzen wir das Implantat oft im selben Termin. Bei größeren Aufbauten warten wir in der Regel sechs bis neun Monate, bis der neue Knochen reif und durchblutet ist. Den genauen Zeitpunkt legen wir anhand der Heilung und einer Kontrollaufnahme fest. Wir nehmen uns die Zeit, die der Knochen braucht, statt einen festen Kalender abzuarbeiten.

Welches Material verwenden Sie für den Aufbau?

Wir kombinieren je nach Indikation Eigenknochen aus dem Unterkiefer mit klinisch dokumentiertem Knochenersatzmaterial. Die genaue Zusammensetzung hängt vom Defekt, vom geplanten Volumen und vom Verlauf der Heilung ab. Resorbierbare Membranen schützen den Aufbau in den ersten Monaten. Über das vorgesehene Material informieren wir Sie immer vor dem Eingriff.

Was kostet ein Knochenaufbau in der Zahnwelt Hannover?

Die Bandbreite liegt typischerweise zwischen 300 und 2.000 Euro je Eingriff, ein Sinuslift entsprechend höher. Knochenaufbau ist meist eine private Leistung, weil er als Vorbereitung einer Implantatversorgung gilt. Den exakten Eigenanteil kalkulieren wir vor der Behandlung in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan, den Sie auch bei Ihrer Versicherung einreichen können.

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