Parodontitis
Parodontitis ist eine bakteriell ausgelöste Entzündung des Zahnhalteapparats, bei der Bindegewebe und Kieferknochen abgebaut werden und die Zähne mit der Zeit ihren Halt verlieren.
Parodontitis ist eine bakteriell ausgelöste Entzündung des Zahnhalteapparats, bei der Bindegewebe und Kieferknochen abgebaut werden und die Zähne mit der Zeit ihren Halt verlieren.
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Bei einer Parodontitis baut die Entzündung Fasern und Kieferknochen ab, sodass Zähne ihren Halt verlieren. Der Verlauf ist lange schmerzfrei, deshalb ist die Messung der Sondierungstiefen der einzige verlässliche Weg zur Früherkennung. Verlorener Knochen kommt nicht zurück, erreichbar ist der Stillstand.
Zähne, die auf Fotos länger wirken als vor einigen Jahren, eine neue Lücke zwischen den unteren Schneidezähnen, Zahnhälse, die auf Kaltes zu reagieren beginnen, und dabei kein Schmerz. Was nach einer Sammlung kosmetischer Kleinigkeiten aussieht, ist die sichtbare Folge eines Abbaus, der zu diesem Zeitpunkt bereits Jahre läuft.
Bei einer Parodontitis ist nicht der Zahn erkrankt, sondern sein Halteapparat. Dazu gehören das Zahnfleisch, die Fasern der Wurzelhaut, der Wurzelzement und der Knochen, in dem der Zahn verankert ist. Ein bakterieller Biofilm unterhalb des Zahnfleischrands löst eine Entzündung aus, und die körpereigene Abwehrreaktion baut dabei das umliegende Gewebe ab. Es entsteht eine Zahnfleischtasche, in der sich die Bakterien weiter nach unten ausbreiten.
Am Anfang steht fast immer eine Gingivitis, die reine Entzündung des Zahnfleischsaums, und was sie auszeichnet, ist ihre vollständige Heilbarkeit. Solange Knochen und Fasern unbeteiligt sind, verschwindet sie ohne bleibenden Schaden, sobald der Biofilm konsequent entfernt wird.
Bleibt die Entzündung über Monate bestehen, verschiebt sich das. Die Entzündung breitet sich in die Tiefe aus, die Fasern, die den Zahn am Knochen befestigen, werden zerstört, und der Knochen zieht sich zurück. Ab diesem Punkt liegt eine Parodontitis vor, und der verlorene Knochen kommt nicht von selbst zurück. Diese Schwelle ist die wichtigste im ganzen Krankheitsbild, weil davor alles reversibel ist und danach nur noch der Stillstand erreichbar bleibt.
Parodontitis verläuft über lange Zeit schmerzfrei, und was sie so tückisch macht, ist das Fehlen des Signals, das Menschen sonst in die Praxis führt. Die frühen Hinweise sind unspektakulär: Zahnfleisch, das beim Putzen blutet, das gerötet oder geschwollen wirkt, und ein hartnäckiger Mundgeruch.
Später kommen Zeichen hinzu, die auf bereits eingetretenen Verlust hinweisen: Zähne wirken länger, weil sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat, Zahnhälse liegen frei und reagieren empfindlich auf Kalt, zwischen den Zähnen entstehen neue Lücken, einzelne Zähne wandern oder kippen, und schließlich zeigt sich eine Lockerung. Wer eines dieser Zeichen bemerkt, sollte nicht abwarten. Weil die Frühphase stumm bleibt, ist die regelmäßige Messung der Sondierungstiefen der einzige verlässliche Weg, sie rechtzeitig zu finden.
Der Biofilm ist die Ursache, aber er erklärt nicht, warum manche Menschen trotz mäßiger Mundhygiene stabile Verhältnisse haben und andere trotz guter Pflege Knochen verlieren. Was den Unterschied macht, ist die individuelle Entzündungsantwort, und die wird von mehreren Faktoren beeinflusst.
Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor. Nikotin verengt die kleinen Blutgefäße im Zahnfleisch, wodurch die Blutung als Warnsignal ausbleibt, während der Abbau im Verborgenen weiterläuft. Ein schlecht eingestellter Diabetes wirkt in beide Richtungen: Er verschlechtert den Verlauf der Parodontitis, und eine unbehandelte Parodontitis erschwert die Blutzuckereinstellung. Hinzu kommen genetische Veranlagung, dauerhafter Stress, hormonelle Veränderungen und Medikamente, die das Zahnfleisch wuchern lassen.
Grundlage jeder Behandlung ist ein vollständiger Befund, und was ihn ausmacht, ist die Messung mit einer feinen Parodontalsonde an sechs Stellen pro Zahn. Erfasst werden die Sondierungstiefe, die Blutung auf Sondierung, der Rückgang des Zahnfleischs, der Lockerungsgrad und bei mehrwurzeligen Zähnen ein möglicher Befall der Wurzelgabelung.
Dazu kommen Röntgenbilder, auf denen sich das Knochenniveau beurteilen lässt, sowie die Erhebung der Risikofaktoren im Gespräch. Aus diesen Daten ergibt sich die Einordnung in ein Stadium, das den bereits eingetretenen Schaden beschreibt, und einen Grad, der die zu erwartende Geschwindigkeit des weiteren Verlaufs abbildet. Diese Einordnung ist nicht akademisch: Sie bestimmt, wie umfangreich behandelt wird und in welchen Abständen die Nachsorge stattfindet.
Die Behandlung folgt einer festgelegten Reihenfolge, und was am Anfang steht, ist die Vorbehandlung: gründliche Reinigung oberhalb des Zahnfleischsaums, Beseitigung von Nischen wie überstehenden Füllungsrändern und eine ausführliche Anleitung zur häuslichen Reinigung. Ohne diesen Schritt trägt alles Weitere nicht.
Im Hauptteil folgt die Reinigung der Wurzeloberflächen unterhalb des Zahnfleischrands, bei der der Biofilm und weiche Ablagerungen aus den Taschen entfernt werden, mit Handinstrumenten und Ultraschall unter lokaler Betäubung. Nach einigen Wochen wird neu gemessen: Sind die Taschen flacher und blutet es weniger, geht es in die Nachsorge. Bleiben tiefe Taschen bestehen, kann ein weiterer Eingriff unter Sicht sinnvoll sein. Für Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Angst bieten wir die Behandlung mit Lachgas-Sedierung an.
Nach der aktiven Behandlung ist die Erkrankung nicht beendet, sondern zum Stillstand gebracht, und was diesen Stillstand hält, ist die unterstützende Parodontitistherapie. Der Biofilm baut sich in den verbliebenen Resttaschen wieder auf, und ohne regelmäßige Reinigung ist der Zustand nach Monaten wieder wie vorher.
Die Nachsorge umfasst die erneute Messung der Sondierungstiefen, die Reinigung der Wurzeloberflächen dort, wo es nötig ist, und die Überprüfung der häuslichen Mundhygiene. Der Abstand richtet sich nach dem Schweregrad und liegt häufig bei drei bis vier Monaten. Diese Nachsorge wird nach einer systematischen Parodontitisbehandlung in vielen Fällen über zwei Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Sie ist kein Zusatzangebot, sondern der Teil der Therapie, der über das Ergebnis entscheidet.
Eine Parodontitis ist eine chronische Entzündung mit einer beträchtlichen inneren Wundfläche, und was daraus folgt, ist eine dauerhafte Belastung des Immunsystems über Entzündungsbotenstoffe im Blut. Für einen Zusammenhang mit anderen Erkrankungen gibt es deshalb gute Gründe.
Am besten belegt ist die Wechselwirkung mit Diabetes: Eine behandelte Parodontitis kann die Blutzuckereinstellung erleichtern, und ein gut eingestellter Diabetes verbessert den parodontalen Verlauf. Diskutiert werden außerdem Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mit Frühgeburten. Wir formulieren das bewusst vorsichtig, weil ein Zusammenhang keine Ursache beweist. Was daraus praktisch folgt, ist unstrittig: Bei Diabetes, in der Schwangerschaft und vor größeren Eingriffen lohnt sich ein Blick auf den Zahnhalteapparat. Vor einer geplanten Herzklappenoperation oder einer Gelenkprothese fragen die behandelnden Kliniken den Zahnstatus regelmäßig ab, und ein zuvor sanierter Mund erspart dann Verzögerungen.
Für gesetzlich Versicherte ist die systematische Parodontitisbehandlung eine Kassenleistung, und was sie voraussetzt, ist ein erhobener Befund mit entsprechenden Sondierungstiefen sowie die vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse. Der Antrag wird von uns gestellt, Sie müssen sich darum nicht kümmern.
Die Behandlungsstrecke umfasst die Vorbehandlung, die eigentliche Therapie, eine Neubewertung nach einigen Wochen und die anschließende unterstützende Nachsorge über einen mehrjährigen Zeitraum. Ergänzende Leistungen über diesen Umfang hinaus, etwa eine begleitende professionelle Zahnreinigung vor Beginn, werden privat berechnet. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.
Früh zeigt sie sich unspektakulär: Zahnfleisch, das beim Putzen blutet, gerötet oder geschwollen ist, dazu hartnäckiger Mundgeruch. Später wirken Zähne länger, Zahnhälse liegen frei, es entstehen neue Lücken, Zähne wandern oder lockern sich. Weil die Frühphase schmerzfrei bleibt, sind Messungen entscheidend.
Von selbst nicht. Was die Behandlung erreicht, ist der Stillstand des Abbaus, und das ist bereits sehr viel. In bestimmten Defektformen sind regenerative Verfahren möglich, die einen Teil des Gewebes zurückgewinnen, aber sie eignen sich nicht für jeden Befund. Deshalb zählt jeder Monat vor dem Verlust.
Die Reinigung der Wurzeloberflächen erfolgt unter lokaler Betäubung und ist dabei schmerzfrei. In den Tagen danach können die Zähne empfindlich auf Kalt reagieren, weil freiliegende Zahnhälse nach dem Abschwellen des Zahnfleischs stärker exponiert sind. Bei Angst bieten wir eine Lachgas-Sedierung an.
Was den Abstand bestimmt, ist der Schweregrad des behandelten Befunds. Häufig liegt er bei drei bis vier Monaten, weil sich der Biofilm in den Resttaschen in diesem Zeitraum wieder aufbaut. Diese Nachsorge wird nach einer systematischen Behandlung in vielen Fällen über zwei Jahre von der Kasse getragen.
Am besten belegt ist die Wechselwirkung mit Diabetes: Eine behandelte Parodontitis kann die Blutzuckereinstellung erleichtern, und umgekehrt verbessert ein gut eingestellter Diabetes den parodontalen Verlauf. Weitere Zusammenhänge werden diskutiert, ein Zusammenhang beweist aber keine Ursache.
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