Periimplantitis
Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat, die zunächst Schleimhaut und später den tragenden Kieferknochen betrifft und unbehandelt zum Implantatverlust führen kann.
Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat, die zunächst Schleimhaut und später den tragenden Kieferknochen betrifft und unbehandelt zum Implantatverlust führen kann.
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Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat mit Knochenabbau und drohendem Implantatverlust. Sie verläuft oft schmerzfrei und wird häufig erst spät erkannt. Frühe Stadien lassen sich meist nicht-chirurgisch behandeln, fortgeschrittene benötigen eine chirurgische Therapie mit Defektregeneration und konsequente Nachsorge.
Auf dem Röntgenbild zeigt sich der Befund als schüsselförmiger Knochenabbau rund um die ersten Implantatwindungen, dort wo zwei Jahre zuvor noch nichts zu erkennen war. Beim Sondieren findet sich an derselben Stelle eine deutlich vertiefte Tasche, beim Ausstreichen tritt etwas Blut und ein klarer Sekretrest aus. Beschwerden hat in diesem Stadium fast niemand. Genau dieser stille Verlauf macht die Periimplantitis so heimtückisch: Sie wird meist erst bemerkt, wenn ein Teil des Knochens schon verloren ist.
Periimplantitis bezeichnet eine bakterielle Entzündung des Gewebes, das ein Implantat umgibt. Während die periimplantäre Mukositis nur die Schleimhaut betrifft und in der Regel reversibel ist, hat die Periimplantitis bereits den tragenden Knochen erreicht. Der Knochenabbau ist messbar, sichtbar im Röntgenbild und ohne Behandlung fortschreitend. Wenn ein Implantat seinen Knochenkontakt verliert, geht die Verankerung verloren, und das Implantat wird locker.
In unserer Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt begleiten wir Implantatträgerinnen und Implantatträger über Jahre und sehen die ganze Spanne, von der ersten Mukositis bis zum stark fortgeschrittenen periimplantären Defekt. Yasin Schirwath hat Implantologie und Parodontologie als Schwerpunkt und arbeitet eng mit unserem Prophylaxe-Team zusammen, weil die langfristige Prognose eines Implantats nicht im Operationssaal entschieden wird, sondern in der konsequenten Nachsorge.
Ein eigener Zahn ist über Fasern eines komplexen Halteapparats im Knochen verankert, dem Parodont. Diese Fasern leiten Kaukräfte ab und sind aktiv durchblutet. Sie wirken wie eine biologische Pufferzone gegen Bakterien. Ein Implantat dagegen ist direkt mit dem Knochen verwachsen, ohne Faserverankerung, in einem Vorgang, der Osseointegration heißt. Die Verbindung ist sehr stabil, aber der Übergang vom Implantat zum umgebenden Weichgewebe ist anders aufgebaut.
Die Schleimhaut um ein Implantat ist weniger gut durchblutet als das natürliche Zahnfleisch um einen eigenen Zahn, das Bindegewebe enthält weniger Fasern und kaum eigene Abwehrzellen, die ein direktes Eindringen von Bakterien stoppen könnten. Wenn sich am Übergangsbereich zwischen Implantat und Krone ein Bakterienfilm bildet, fehlt der natürliche Bremsmechanismus. Die Entzündung breitet sich schneller aus, als sie es bei einem Zahn täte. Aus diesem Grund verläuft Periimplantitis oft schneller und schmerzärmer als eine vergleichbare Parodontitis am eigenen Zahn.
Periimplantitis ist eine multifaktorielle Erkrankung. In epidemiologischen Übersichtsarbeiten wird je nach Definition eine Häufigkeit zwischen rund 10 und 20 Prozent aller Implantate genannt, die im Laufe der Liegedauer eine periimplantäre Erkrankung entwickeln. Wer die Risikofaktoren kennt, kann das individuelle Risiko realistisch einschätzen und gezielt beeinflussen.
Der wichtigste modifizierbare Faktor ist die Mundhygiene. Wer eine Implantatversorgung wie eine eigene Zahnreihe pflegt, ohne den besonderen Übergangsbereich am Implantatpfosten gezielt zu reinigen, baut auf Dauer einen Bakterienfilm auf, der die Entzündung antreibt. Eine zweite Gruppe sind parodontale Vorgeschichte und vorbestehende, unbehandelte parodontale Restbefunde. Wer eine Parodontitis nicht stabil eingestellt hat, bevor er Implantate bekommt, hat ein deutlich erhöhtes Periimplantitis-Risiko.
Rauchen reduziert die Durchblutung des Gewebes und stört die Wundheilung. Bei Raucherinnen und Rauchern liegen die Periimplantitis-Raten in vielen Studien deutlich über denen von Nichtrauchenden. Diabetes mellitus, vor allem ein nicht gut eingestellter, wirkt in dieselbe Richtung. Genetische Faktoren der Entzündungsregulation, eine ausgeprägte Bruxismus-Belastung und prothetische Faktoren wie schwer zu reinigende Übergänge oder zu hohe Kronen tragen zusätzlich bei. Auch überschüssiger Zement, der bei einer zementierten Krone unbemerkt unter dem Zahnfleischrand verbleibt, ist eine bekannte Ursache, die wir in unserer Praxis durch verschraubte Versorgungen oder klare Reinigungsprotokolle vermeiden.
Periimplantitis verursacht in den frühen Stadien selten Schmerzen. Patientinnen und Patienten bemerken die Erkrankung deshalb oft erst, wenn der Knochenabbau bereits fortgeschritten ist. Die diagnostischen Hinweise liegen vorher woanders.
Wir achten auf Blutung beim Sondieren rund um das Implantat, einen Anstieg der Sondierungstiefen im Vergleich zu Voruntersuchungen, gerötetes oder geschwollenes Periimplantatgewebe, gelegentlich auch auf Pus-Austritt. Im Röntgenbild ist der schüsselförmige krestale Knochenabbau das typische Bild. Eine kurze Beobachtung über mehrere Termine hinweg, mit dokumentierten Sondierungstiefen und Vergleichsröntgen, ist oft die einzige zuverlässige Methode, um die Erkrankung in einem behandelbaren Stadium zu erkennen.
Schmerz, ausgeprägte Schwellung oder Implantatlockerung sind späte Zeichen. In diesem Stadium ist die Therapie deutlich aufwendiger und die Prognose schlechter. Aus diesem Grund halten wir an unserem strukturierten Recall-System fest, in dem wir Implantatträgerinnen und Implantatträger nach individuell festgelegten Intervallen einbestellen.
Der Behandlungsweg richtet sich nach dem Stadium. Bei reiner periimplantärer Mukositis, also Entzündung der Schleimhaut ohne Knochenbeteiligung, ist die Therapie nicht-chirurgisch. Wir reinigen die Implantatoberfläche und den Übergangsbereich gründlich, oft mit speziellen Pulverstrahlsystemen wie einem Glycin- oder Erythritol-Air-Polishing, das die Implantatoberfläche schonend von Biofilm befreit, ohne sie zu verkratzen. Anschließend instruieren wir die Patientin oder den Patienten zu einer angepassten häuslichen Hygiene, mit Interdentalbürsten passender Größe, einer geeigneten elektrischen Zahnbürste und gegebenenfalls einer adjuvanten Mundspülung. Eine Kontrolle nach vier bis sechs Wochen zeigt, ob die Entzündung abgeklungen ist. In den meisten Fällen reicht das aus.
Bei Periimplantitis mit Knochenabbau ist eine rein nicht-chirurgische Therapie meist nicht ausreichend. Wir beginnen trotzdem mit einer gründlichen Reinigung und Desinfektion, um die Bakterienlast zu senken. Bei stabilem Implantat planen wir anschließend einen chirurgischen Eingriff: Wir klappen die Schleimhaut über dem betroffenen Bereich auf, reinigen die Implantatoberfläche unter Sicht, dekontaminieren sie mit Spüllösungen und in geeigneten Fällen mit einem Lasersystem, und versorgen den Knochendefekt je nach Defektmorphologie regenerativ mit Knochenersatzmaterial und einer Membran oder resektiv durch eine Glättung der Knochenkonturen.
Wenn ein Implantat bereits stark gelockert ist oder der Knochenabbau die Hälfte der Implantatlänge überschreitet, ist ein Erhalt nicht mehr realistisch. In diesen Fällen entfernen wir das Implantat und planen die weitere Versorgung neu. Manchmal lässt sich nach einer Heilungsphase ein neues Implantat setzen, gegebenenfalls mit zusätzlichem Knochenaufbau. Manchmal ist eine andere Versorgungsform die bessere Lösung. Diese Abwägung treffen wir mit Ihnen anhand des klinischen Befunds, der Röntgenbilder und Ihrer eigenen Prioritäten.
Wer Implantate trägt, profitiert von einem strukturierten periimplantären Recall. Wir empfehlen je nach individuellem Risiko Intervalle von drei bis sechs Monaten. In jedem Termin dokumentieren wir die Sondierungstiefen, prüfen die Versorgung auf Lockerungen oder Veränderungen, reinigen das Implantat im Übergangsbereich professionell und passen die häusliche Hygiene-Empfehlung an. Diese unterstützende periimplantäre Therapie ist die wichtigste Maßnahme, um eine erneute oder erstmalige Periimplantitis zu verhindern.
Bei Patientinnen und Patienten mit Parodontitis-Vorgeschichte richten wir die Recall-Frequenz enger als bei parodontal stabilen Implantatträgerinnen und Implantatträgern. Wer raucht und Implantate trägt, sollte das Rauchen für die Stabilität der Implantatversorgung möglichst reduzieren. Eine Diabetes-Einstellung im Zielbereich ist genauso Teil der Implantat-Pflege wie die Interdentalbürste am Abend.
Die Kostenstruktur hängt vom Stadium und vom gewählten Behandlungsweg ab. Eine nicht-chirurgische Reinigung im Rahmen einer unterstützenden periimplantären Therapie liegt in den meisten Konstellationen im Bereich einer professionellen Zahnreinigung mit Eigenanteil zwischen 60 und 120 Euro pro Sitzung. Eine chirurgische Periimplantitis-Therapie mit Defektregeneration ist eine umfangreichere Leistung und wird individuell kalkuliert.
Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich an der Behandlung von Implantatkomplikationen nur in eng definierten Fällen. In der Regel werden die chirurgischen Schritte nach GOZ als private Leistung berechnet. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan. Wenn ein neuer Knochenaufbau nötig wird, liegen die Augmentationskosten typischerweise zwischen 300 und 2.000 Euro je nach Volumen.
Eine Periimplantitis ist nicht in jedem Fall vermeidbar, aber das individuelle Risiko lässt sich erheblich senken. Eine sauber geplante Implantation, eine prothetisch reinigungsfreundliche Versorgung mit klarem Übergang am Pfosten, ein konsequentes häusliches Hygieneprotokoll und ein eng getaktetes Recall sind die vier Säulen, die wir mit jeder Patientin und jedem Patienten besprechen, bevor wir mit der Implantatplanung beginnen. Wer parodontal vorbelastet ist, beginnt die Implantatversorgung erst, wenn die Parodontitis stabil eingestellt ist. Welche Schritte für Ihren Befund sinnvoll sind, klären wir gemeinsam, anhand des Befunds bei der nächsten Kontrolle in der Hildesheimer Straße 25.
Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.
In den frühen Stadien fast nie. Die Schleimhaut um Implantate ist weniger schmerzempfindlich als der eigene Zahnnerv, und der Knochenabbau verläuft langsam und ohne akute Symptome. Erst bei fortgeschrittenem Verlauf treten Druckgefühl, Schwellung und gelegentlich Pus-Austritt auf. Genau deshalb ist ein strukturiertes Recall mit Sondierung und Röntgen so wichtig.
In den frühen Stadien ja. Eine periimplantäre Mukositis ist meist mit einer professionellen Reinigung und angepasster häuslicher Hygiene reversibel. Auch eine moderate Periimplantitis lässt sich mit einer chirurgischen Therapie und Defektregeneration in vielen Fällen stabilisieren. Bei sehr fortgeschrittenem Knochenabbau oder bereits gelockertem Implantat ist die Entfernung meist die ehrlichere Lösung.
Bei stabilen Verhältnissen empfehlen wir eine periimplantäre Kontrolle und Reinigung alle sechs Monate. Bei erhöhtem Risiko, etwa nach Parodontitis-Vorgeschichte, bei Rauchen oder Diabetes, planen wir Intervalle von drei bis vier Monaten. Den passenden Rhythmus legen wir gemeinsam fest.
Eine moderne elektrische Zahnbürste ist eine sehr gute Basis, sie reicht aber nicht allein aus. Für die Pflege des Übergangsbereichs am Implantatpfosten brauchen die meisten Patientinnen und Patienten Interdentalbürsten in passender Größe und gegebenenfalls eine ergänzende Mundspülung. Welche Hilfsmittel zu Ihrer Anatomie passen, zeigen wir bei jedem Recall.
Eine nicht-chirurgische Reinigung liegt im Bereich einer professionellen Zahnreinigung mit Eigenanteil zwischen 60 und 120 Euro pro Sitzung. Eine chirurgische Periimplantitis-Therapie wird individuell kalkuliert und meist nach GOZ als private Leistung berechnet. Den exakten Eigenanteil kalkulieren wir vor der Behandlung in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.
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