Schnarchschiene
Eine Schnarchschiene, fachlich Unterkieferprotrusionsschiene, hält den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorn und hält dadurch den Atemweg im Rachen offen.
Eine Schnarchschiene, fachlich Unterkieferprotrusionsschiene, hält den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorn und hält dadurch den Atemweg im Rachen offen.
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Eine Schnarchschiene hält den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorn, wodurch die Zunge folgt und der Atemweg im Rachen offener bleibt. Vor der Anfertigung muss eine Schlafapnoe ärztlich abgeklärt sein, denn Atempausen sind kein Schnarchen. Die Vorverlagerung wird über Wochen schrittweise eingestellt.
Nicht die Betroffenen selbst melden sich zu diesem Thema, sondern meist ihre Partnerinnen und Partner, und der Anlass ist fast immer derselbe: getrennte Schlafzimmer nach Jahren des Aushaltens. Der Mann, der dann im Sprechzimmer sitzt, hält sein Schnarchen für lästig, aber nicht für ein medizinisches Thema.
Eine Schnarchschiene, fachlich Unterkieferprotrusionsschiene, besteht aus zwei miteinander verbundenen Kunststoffschienen für Ober- und Unterkiefer. Sie hält den Unterkiefer im Schlaf in einer leicht nach vorn verlagerten Position. Weil die Zunge am Unterkiefer befestigt ist, folgt sie dieser Bewegung, wodurch der Raum im Rachen größer wird und die Weichteile weniger stark zusammenfallen. Der Atemweg bleibt offener, und die Schwingungen, die das Geräusch erzeugen, nehmen ab.
Im Schlaf lässt die Spannung der Muskulatur im Rachen nach, und was daraus folgt, ist eine Verengung des Atemwegs. Strömt die Atemluft durch diese Engstelle, geraten Gaumensegel, Zäpfchen und Rachenwand in Schwingung, und diese Schwingung ist das hörbare Geräusch.
Begünstigt wird der Vorgang durch mehrere Faktoren, die sich häufig überlagern: Rückenlage, Übergewicht, Alkohol am Abend, beruhigende Medikamente, eine behinderte Nasenatmung durch eine verkrümmte Nasenscheidewand oder vergrößerte Mandeln. Mit zunehmendem Alter nimmt die Gewebespannung ab, weshalb Schnarchen häufiger wird. Wichtig ist die Unterscheidung: Beim reinen Schnarchen bleibt die Atmung erhalten, es entsteht nur ein Geräusch. Kommt es dagegen zu Atempausen, liegt ein anderes Krankheitsbild vor.
Bevor eine Schiene angefertigt wird, muss geklärt sein, ob eine obstruktive Schlafapnoe vorliegt, und was diese vom reinen Schnarchen unterscheidet, sind Atempausen im Schlaf mit einem Abfall der Sauerstoffsättigung. Eine unbehandelte Schlafapnoe belastet Herz und Kreislauf und gehört in schlafmedizinische Betreuung.
Warnzeichen sind beobachtete Atemaussetzer, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung am Steuer, morgendliche Kopfschmerzen und unruhiger Schlaf mit häufigem Erwachen. Bestehen solche Hinweise, veranlassen wir zuerst eine schlafmedizinische Abklärung, meist über die Hausarztpraxis oder ein Schlaflabor. Die Schiene ist kein Ersatz für diese Diagnostik. Sie kommt erst danach infrage, und bei leichter bis mittelgradiger Schlafapnoe ist sie eine anerkannte Therapieoption, oft für Menschen, die eine Überdruckbeatmung nicht vertragen.
Am Anfang steht die zahnärztliche Befundung, und was dabei geprüft wird, ist die Tragfähigkeit des Gebisses: Sind genügend stabile Zähne in beiden Kiefern vorhanden, an denen die Schiene Halt findet, ist der Zahnhalteapparat gesund, gibt es Karies oder undichte Füllungen, wie beweglich sind die Kiefergelenke und wie weit lässt sich der Unterkiefer vorschieben.
Sind die Voraussetzungen erfüllt, nehmen wir beide Kiefer mit dem Intraoralscanner auf und bestimmen die Ausgangsposition für die Vorverlagerung. Die Schiene wird anschließend im Labor gefertigt. Beim Einsetzen kontrollieren wir Halt, Randverlauf und Druckstellen. Entscheidend ist danach die schrittweise Titration: Die Vorverlagerung wird über Wochen in kleinen Schritten erhöht, bis Wirkung und Verträglichkeit in einem guten Verhältnis stehen.
Eine neue Schiene fühlt sich anfangs deutlich fremd an, und was die meisten zuerst bemerken, ist ein vermehrter Speichelfluss und ein Spannungsgefühl in der Kaumuskulatur am Morgen. Beides lässt in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen nach, wenn die Schiene regelmäßig getragen wird.
Häufig ist außerdem ein verändertes Bissgefühl nach dem Aufstehen, weil der Unterkiefer die Nacht über vorn gehalten wurde. Es normalisiert sich meist innerhalb der ersten halben Stunde, und einfache Übungen wie kurzes Zusammenbeißen auf einem Aufbissbehelf beschleunigen das. Bleiben Beschwerden im Kiefergelenk über Wochen bestehen, nehmen Schmerzen zu oder verändert sich der Biss dauerhaft, ist das kein Gewöhnungsphänomen und gehört kontrolliert. In diesen Fällen passen wir den Vorschub an oder überdenken die Versorgung.
Es gibt Befunde, bei denen wir von einer Schiene abraten, und was am häufigsten dagegen spricht, ist eine zu geringe Zahl tragfähiger Zähne. Die Schiene braucht in beiden Kiefern ausreichend Verankerung, sonst löst sie sich nachts oder belastet einzelne Zähne unverhältnismäßig.
Ebenfalls ungeeignet ist sie bei unbehandelter Parodontitis mit gelockerten Zähnen, weil der Zug der Schiene die Lockerung verstärken würde, sowie bei ausgeprägten Kiefergelenkbeschwerden. Bei stark eingeschränkter Nasenatmung bleibt die Wirkung häufig hinter den Erwartungen zurück, weil die Engstelle dann nicht im Rachen liegt. Bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum wird sie nicht eingesetzt. In diesen Fällen prüfen wir gemeinsam mit der ärztlichen Seite andere Wege. Auch ein ausgeprägter Bruxismus spricht nicht gegen eine Versorgung, verlangt aber eine andere Bauform, weil die nächtlichen Kräfte sonst auf das Verbindungselement wirken.
Die Reinigung ist unkompliziert, aber sie entscheidet über Materialzustand und Mundgesundheit. Morgens wird die Schiene unter kaltem Wasser abgespült und mit einer weichen Bürste ohne Zahnpasta gereinigt, weil deren Putzkörper den Kunststoff aufrauen und Beläge dann schneller haften.
Heißes Wasser ist zu vermeiden, weil es den Kunststoff verformen kann. Aufbewahrt wird die Schiene trocken in einer belüfteten Box. Zusätzlich zur häuslichen Pflege prüfen wir bei den Kontrollterminen den Sitz, den Zustand des Materials, die Zähne unter der Schiene und die Bissverhältnisse. Weil eine Schiene die Zähne über Jahre in einer bestimmten Position hält, kontrollieren wir gezielt, ob sich Zahnstellung oder Bissführung verändert haben, und dokumentieren den Befund im Verlauf.
Eine Schiene ist selten die einzige Maßnahme, und was oft mehr bewirkt als jedes Hilfsmittel, sind Veränderungen im Alltag: Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Verzicht auf Alkohol in den Stunden vor dem Schlafen und das Vermeiden der Rückenlage, etwa durch entsprechende Hilfsmittel oder Lagerung.
Liegt die Ursache in der Nase, gehört sie hals-nasen-ohrenärztlich abgeklärt, weil eine verkrümmte Nasenscheidewand oder vergrößerte Rachenmandeln die Engstelle bilden können. Bei mittel- bis schwergradiger Schlafapnoe ist die nächtliche Überdruckbeatmung der etablierte Standard, und die Schiene kommt dort vor allem als Alternative für Menschen infrage, die diese Therapie nicht vertragen. Welcher Weg zu Ihnen passt, entscheidet sich anhand der schlafmedizinischen Diagnostik und nicht anhand des Geräuschpegels.
Eine individuell gefertigte Schiene ist keine Konfektionsware aus dem Versandhandel, und was den Unterschied ausmacht, ist die einstellbare Vorverlagerung samt zahnärztlicher Kontrolle. Übliche Beträge liegen ab etwa 300 bis 600 Euro je Schiene im privat berechneten Bereich.
Bei nachgewiesener obstruktiver Schlafapnoe kann die gesetzliche Krankenkasse die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen, insbesondere wenn eine Überdruckbeatmung nicht vertragen wird und die Indikation schlafmedizinisch belegt ist. Beim reinen Schnarchen ohne Atemaussetzer handelt es sich um eine Privatleistung. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.
Nein. Was sie zuverlässig beeinflusst, ist eine Engstelle im Rachen, die durch das Vorverlagern des Unterkiefers geöffnet wird. Liegt die Ursache dagegen in der Nase, etwa bei verkrümmter Nasenscheidewand, bleibt die Wirkung oft hinter den Erwartungen zurück. Deshalb steht die Befundung vor der Anfertigung.
Beim reinen Schnarchen bleibt die Atmung erhalten, es entsteht nur ein Geräusch durch schwingendes Gewebe. Bei einer obstruktiven Schlafapnoe kommt es zu echten Atempausen mit Abfall der Sauerstoffsättigung. Das belastet Herz und Kreislauf und gehört schlafmedizinisch abgeklärt, bevor eine Schiene geplant wird.
Ein verändertes Bissgefühl am Morgen ist üblich und normalisiert sich meist innerhalb der ersten halben Stunde. Weil die Schiene die Zähne über Jahre in einer Position hält, kontrollieren wir bei jedem Termin gezielt Zahnstellung und Bissführung. Bleibt eine Veränderung dauerhaft, passen wir den Vorschub an.
Konfektionierte Schienen lassen sich nicht schrittweise einstellen, und genau darauf kommt es an: Die Vorverlagerung wird über Wochen so weit erhöht, bis Wirkung und Verträglichkeit zusammenpassen. Zudem fehlt die Kontrolle von Zähnen, Zahnhalteapparat und Kiefergelenken, die vor und während der Therapie nötig ist.
Bei nachgewiesener obstruktiver Schlafapnoe kann die gesetzliche Kasse unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen, vor allem wenn eine Überdruckbeatmung nicht vertragen wird. Beim reinen Schnarchen ist es eine Privatleistung, mit üblichen Beträgen ab etwa 300 bis 600 Euro je Schiene.
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