Sofortimplantation

Sofortimplantation bezeichnet das Setzen eines Implantats unmittelbar in das Zahnfach eines gerade entfernten Zahns, um den Kieferknochen zu schützen, die Behandlungszeit zu verkürzen und das ästhetische Ergebnis zu verbessern.

Implantat wird in derselben Sitzung wie die Zahnentfernung in das frische Zahnfach gesetzt.
Voraussetzung ist Entzündungsfreiheit und ausreichende Knochensubstanz rund um den extrahierten Zahn.
Im Frontzahnbereich oft mit Sofortprovisorium, im Seitenzahnbereich häufig geschlossen einheilend.
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Inhaltsverzeichnis

Wenn ein Frontzahn am Donnerstagmorgen abgebrochen ist

An einem Donnerstagvormittag erreicht uns eine Nachricht aus dem Wartezimmer-Vorlauf: der obere mittlere Schneidezahn sei am Vorabend beim Beißen in ein Brötchen knapp unterhalb des Zahnfleischs durchgebrochen. Eine Patientin schickt ein Foto, sieht das schwarze Loch im Spiegel und fragt, ob das in einer Sitzung erledigt werden könne, ohne dass sie wochenlang mit einer sichtbaren Lücke herumlaufen müsse. Diese Frage ist heute eine der häufigsten in der Implantologie-Sprechstunde, und sie ist berechtigt. In vielen, aber nicht allen Fällen lässt sich tatsächlich in einer einzigen Sitzung der Wurzelrest entfernen, das Implantat setzen und ein provisorischer Zahn aufschrauben, mit dem die Patientin am selben Tag die Praxis verlässt.

In unserer Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt planen wir Sofortimplantationen sehr genau. Yasin Schirwath, Schwerpunkt Implantologie und Zahnersatz, prüft im Erstgespräch, ob alle Voraussetzungen für die einzeitige Vorgehensweise erfüllt sind. Wir besprechen vor der Behandlung offen, in welchen Situationen die Sofortimplantation einen echten Vorteil bringt und in welchen die zweizeitige Versorgung das stabilere Ergebnis liefert.

Was Sofortimplantation medizinisch bedeutet

Bei der klassischen, zweizeitigen Implantation wird ein Zahn entfernt, das Zahnfach heilt drei bis sechs Monate aus, dann wird das Implantat in den verheilten Knochen gesetzt. Bei der Sofortimplantation, fachsprachlich auch immediate implant placement genannt, setzen wir das Implantat unmittelbar nach der Entfernung des Zahns in das frische Zahnfach. Die Wartezeit dazwischen entfällt. Davon zu unterscheiden ist die Sofortbelastung oder Sofortversorgung: Hier setzen wir auf das frisch gesetzte Implantat in der gleichen Sitzung einen provisorischen Zahn auf. Beides kann zusammenfallen, muss aber nicht. Manchmal setzen wir das Implantat sofort, lassen es jedoch ohne Belastung in den Knochen einheilen und versorgen erst später prothetisch.

Der Reiz der Sofortimplantation liegt auf zwei Ebenen. Aus medizinischer Sicht erhalten wir den Kieferknochen rund um das frische Zahnfach, weil das Implantat den Reiz übernimmt, der bisher von der Zahnwurzel kam. Der Knochen schmilzt nicht in dem Maß ab, wie er es in einer leeren Lücke täte. Aus persönlicher Sicht der Patientin oder des Patienten verkürzen wir die Gesamtbehandlung um Monate, und im sichtbaren Bereich entfällt die schwierige Phase mit einer kosmetischen Lücke.

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen

Sofortimplantation ist kein Standardverfahren für jede Lücke. Wir prüfen vor der Entscheidung mehrere Punkte. Die Knochensubstanz rund um den zu entfernenden Zahn muss ausreichend sein, damit das Implantat im Zahnfach Primärstabilität findet. Bei chronischen Parodontitisbefunden ist diese Knochensituation oft nicht gegeben. Die Weichgewebe, also Zahnfleisch und das darunter liegende Bindegewebe, müssen entzündungsfrei sein. Eine akute Eiterung, ein gerade aktiver Abszess oder eine offene Fistel sind Gründe, die Sofortimplantation zu verschieben oder zu unterlassen. Bei akut entzündlichen Verhältnissen oder bei einer ausgedehnten apikalen Aufhellung am Zahn behandeln wir die Entzündung zuerst und implantieren später in stabiles Gewebe.

Auch die Position des Zahns spielt eine Rolle. Im Frontzahnbereich des Oberkiefers ist die Sofortimplantation eine sehr beliebte Lösung, weil dort der ästhetische Vorteil am größten ist. Im Unterkiefer-Seitenzahnbereich ist sie weniger oft die erste Wahl, weil die Zahnfächer dort breiter sind und das Implantat manchmal nicht den nötigen Halt im Zahnfach findet. In jedem Fall entscheidet die dreidimensionale Bildgebung und nicht das Wunschergebnis. Wir fertigen vor jeder geplanten Sofortimplantation ein DVT an und planen daran die Implantatposition, das Volumen, das Bohrprotokoll und die Frage, ob ein Knochenaufbau rund um das Implantat zusätzlich nötig ist.

Wie der Eingriff in unserer Praxis abläuft

Vor der Sofortimplantation steht eine sorgfältige Planung. Wir nehmen einen klinischen Befund auf, fertigen die DVT-Aufnahme an, scannen die Zahnreihe digital ein und erstellen am Bildschirm eine virtuelle Implantatposition, die wir aus der späteren Krone zurück in den Knochen rechnen. Bei sichtbaren Frontzähnen besprechen wir vorher mit Ihnen, in welcher Position der provisorische Zahn stehen wird, welche Form er haben soll und wie wir das Zahnfleisch um das Implantat herum gestalten möchten. Diese Backwards-Planung ist der wichtigste Schritt, weil sie ein technisch korrektes Implantat in eine ästhetisch und prothetisch optimale Position bringt.

Am Behandlungstag entfernen wir den Zahn so schonend wie möglich. Wir arbeiten mit feinen Instrumenten und vermeiden bewusst grobes Hebeln, weil jeder Verlust an Zahnfachwand das spätere Ergebnis verschlechtert. Anschließend reinigen wir das Zahnfach gründlich von Granulationsgewebe, beurteilen die Knochenwände und setzen das Implantat in der zuvor geplanten Position ein. Häufig fügen wir Knochenersatzmaterial in den Spalt zwischen Implantat und Zahnfachwand ein, um den Knochen rund um das Implantat zu stabilisieren. Wenn ausreichende Primärstabilität erreicht ist, schraubt das Team in derselben Sitzung einen provisorischen Zahn auf das Implantat. Dieser Provisorium ist nicht für volle Kaubelastung gedacht. Er hält die Lücke geschlossen, formt das Zahnfleisch und gibt Ihnen ein normales Lächeln zurück, während die Einheilung läuft.

Bei nicht sichtbaren Lücken, im Seitenzahnbereich, verzichten wir oft bewusst auf das Sofort-Provisorium und lassen das Implantat geschlossen einheilen. Das ist die robustere Variante, weil das Implantat in den ersten Monaten nicht belastet wird. Welcher Weg bei Ihnen der bessere ist, planen wir individuell.

Wo Sofortimplantation an ihre Grenzen stößt

Wir setzen die Sofortimplantation nicht ein, wenn die Bedingungen sie zu einem unnötigen Risiko machen. Bei akuten Infektionen mit Eiterung, ausgedehnten Knochendefekten an der Vestibulärwand des Zahnfachs, dünnen biologischen Phänotypen mit hohem Rezessionsrisiko, schlecht eingestelltem Diabetes oder antiresorptiver Medikation sind wir zurückhaltend. Bei starkem Rauchen besprechen wir die statistisch geringere Erfolgsrate offen, bevor wir gemeinsam entscheiden. In diesen Situationen ist die verzögerte Implantation nach drei bis sechs Monaten Heilung des Zahnfachs der sicherere Weg, oft kombiniert mit einer Augmentation des Knochens vor oder mit der Implantation. Wir sprechen nicht jede Situation auf das gleiche Verfahren zu, sondern wählen pro Patientin und pro Patient.

Wie das Provisorium im Frontzahnbereich aussieht

Wenn wir am gleichen Tag versorgen, fertigen wir entweder ein vorab im Labor hergestelltes Provisorium oder formen direkt am Behandlungsstuhl eine Komposit-Krone an. Diese Krone wird so gestaltet, dass sie zwar in voller Höhe sichtbar ist, aber im Biss leicht entlastet steht. Sie soll das Zahnfleisch stützen, nicht kauen. Die Form orientiert sich am vorherigen Zahn, sofern er bekannt ist, oder an Fotos und am Nachbarzahn. In der Heilungsphase passen wir die Form bei Bedarf an, weil das Zahnfleisch um das Implantat reift und sich die Konturen festigen. Nach der Einheilung, in der Regel nach drei bis sechs Monaten, fertigt unser Labor in Hannover die definitive Keramikkrone an.

Was eine Sofortimplantation in unserer Praxis kostet

Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Implantatversorgungen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel keine Kassenleistung, ein Festzuschuss zur Krone wird abhängig vom Bonusheft anteilig erstattet. Die Bandbreite für die Implantation pro Implantat liegt zwischen 1.500 und 3.500 Euro, je nach Implantatsystem, Aufbau, eventuell nötiger lokaler Augmentation und prothetischem Aufwand. Hinzu kommen die spätere Krone und gegebenenfalls eine DVT-Aufnahme, die mit 80 bis 200 Euro kalkuliert wird. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.

Wer privat versichert ist oder eine Zahnzusatzversicherung hat, sollte den Plan vor Behandlungsbeginn bei der Versicherung einreichen, damit die Erstattung verbindlich geklärt ist. Wir bereiten die Unterlagen für Sie vor und beantworten Rückfragen Ihrer Versicherung.

Wie die Nachsorge über das Langzeitergebnis entscheidet

Ein sofort gesetztes Implantat braucht in den ersten Monaten besondere Sorgfalt. Wir geben Ihnen einen schriftlichen Plan zur häuslichen Pflege mit. Dazu gehören eine angepasste Mundhygiene mit weicher Bürste rund um das Implantat, antibakterielle Spüllösungen für den ersten Zeitraum und der Verzicht auf harte oder zähe Nahrung im Bereich des Provisoriums. Sie kommen in den ersten Wochen mehrmals zur Kontrolle, später folgen reguläre Termine in der Prophylaxe, weil eine sorgfältige Reinigung rund um Implantate eine Periimplantitis verhindern hilft. Implantate sind keine Versorgung, die einmal eingesetzt und dann vergessen wird. Sie sind eine Investition, die regelmäßige Pflege belohnt.

Auch der gesamte prothetische Aufbau wird über Jahre kontrolliert. Wir prüfen das Sitzbild, die Hygienesituation rund um das Implantat, eine eventuelle Knochenstabilität auf Röntgenkontrollen und die Funktion in Bezug zum Gegenkiefer. Diese kontinuierliche Begleitung ist der wichtigste Unterschied zwischen einer einmal gut gemachten Implantation und einer Implantation, die auch zwanzig Jahre später noch trägt.

Warum die Entscheidung zwischen sofort und zweizeitig keine Frage des Geschmacks ist

Patientinnen und Patienten kommen oft mit einer klaren Vorstellung in die Beratung. Manche möchten die Sofortimplantation auch dann, wenn sie medizinisch nicht ideal wäre, weil sie keine zwei Termine planen wollen. Andere haben Sorge vor der einzeitigen Vorgehensweise und würden lieber abwarten. Wir nehmen beide Erwartungen ernst, treffen die Entscheidung aber gemeinsam mit Ihnen anhand der medizinischen Lage, nicht der Wunschvorstellung. Wenn die Voraussetzungen passen, ist die Sofortimplantation eine elegante, vorhersehbare und gut dokumentierte Lösung. Wenn sie nicht passen, ist die zweizeitige Versorgung der Weg, der das Implantat über Jahrzehnte stabil hält. Welche Variante in Ihrem Fall die richtige ist, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist eine Sofortimplantation möglich?

Wenn der zu entfernende Zahn keine akute Entzündung trägt, der umliegende Knochen ausreicht und das Zahnfach beim Setzen des Implantats Primärstabilität erlaubt. Im Frontzahnbereich des Oberkiefers ist die Sofortimplantation eine häufige und vorhersehbare Lösung. Wir entscheiden anhand der dreidimensionalen Bildgebung, nicht nach Wunsch oder Termindruck.

Bekomme ich am gleichen Tag einen sichtbaren Zahn?

Im sichtbaren Bereich versorgen wir das Implantat häufig mit einem Sofortprovisorium am Behandlungstag. Diese provisorische Krone schließt die Lücke optisch und stützt das Zahnfleisch, sie wird aber im Biss entlastet. Im Seitenzahnbereich verzichten wir oft auf das Sofortprovisorium und lassen das Implantat geschlossen einheilen, weil das die robustere Lösung ist.

Wie lange ist die Heilungsphase nach einer Sofortimplantation?

In der Regel drei bis sechs Monate, abhängig vom Knochen, von eventuell zusätzlich gemachter Augmentation und vom Implantatsystem. In dieser Zeit verwächst das Implantat fest mit dem Knochen, fachsprachlich Osseointegration. Erst dann setzen wir die definitive Krone auf. Die Heilung kontrollieren wir engmaschig in mehreren Terminen.

Was ist der Unterschied zwischen Sofortimplantation und Sofortbelastung?

Sofortimplantation bezeichnet das zeitnahe Setzen des Implantats nach der Zahnentfernung. Sofortbelastung bedeutet, dass das Implantat in derselben Sitzung mit einem provisorischen Zahn versorgt wird. Beides kann zusammen erfolgen, muss aber nicht. Manchmal setzen wir das Implantat sofort, lassen es aber unbelastet in den Knochen einwachsen.

Was kostet eine Sofortimplantation?

Die Implantation pro Implantat liegt typischerweise zwischen 1.500 und 3.500 Euro, ohne nötige Augmentation. Hinzu kommen DVT-Aufnahme, eventueller Sofortprovisorium-Aufbau und die spätere Keramikkrone. Den exakten Eigenanteil kalkulieren wir vor der Behandlung in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan, den Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können.

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