Sportzahnmedizin

Die Sportzahnmedizin befasst sich mit Zahnverletzungen im Sport, mit ihrer Vorbeugung durch individuell gefertigten Mundschutz und mit den Wechselwirkungen zwischen Mundgesundheit und sportlicher Belastung.

Zahnverletzungen im Sport treffen fast immer die oberen mittleren Schneidezähne, weil sie im Zahnbogen am weitesten vorn stehen.
Ein individuell gefertigter Mundschutz sitzt fest und muss bei Kindern im Wachstum in der Regel jährlich erneuert werden.
Ein herausgeschlagener Zahn gehört in eine Zahnrettungsbox oder in kalte H-Milch, niemals in Wasser und niemals unter den Wasserhahn.
Wir beraten Sie gerne

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie uns - wir helfen Ihnen weiter.

Vielen Dank für Ihre Nachricht!

Wir haben Ihre Anfrage erhalten und melden uns schnellstmöglich bei Ihnen. In der Regel antworten wir innerhalb von 24 Stunden.

Etwas ist schiefgelaufen. Bitte versuchen Sie es erneut.

Inhaltsverzeichnis

Was die Sportzahnmedizin umfasst

Ein Handballspieler Mitte zwanzig kommt am Montag in die Sprechstunde und hält ein Stück Schneidezahn in einem Taschentuch. Beim Zweikampf am Samstag sei ihm der Ellenbogen eines Gegenspielers ins Gesicht gefahren, was er zunächst für harmlos hielt, bis der Zahn beim Zubeißen nachgab. Solche Termine sind der sichtbare Teil der Sportzahnmedizin.

Der weniger sichtbare Teil ist die Vorbeugung. Die Sportzahnmedizin beschäftigt sich mit drei Bereichen, die im Alltag der Praxis ineinandergreifen: mit der Versorgung akuter Zahnverletzungen nach Stürzen und Zusammenstößen, mit dem Schutz der Zähne durch einen passgenauen Mundschutz und mit den Wechselwirkungen zwischen Mundgesundheit und sportlicher Leistungsfähigkeit. Der dritte Bereich wird am häufigsten unterschätzt, weil er sich nicht als Unfall ankündigt, sondern über Monate hinweg wirkt.

Warum Zähne im Sport häufiger betroffen sind als vermutet

Zahnverletzungen im Sport treffen in den allermeisten Fällen die oberen mittleren Schneidezähne, was an ihrer exponierten Lage im Zahnbogen liegt. Sie stehen weiter vorn als alle anderen Zähne und haben keinen Nachbarn, der einen Aufprall abfangen könnte. Bei Kindern und Jugendlichen kommt hinzu, dass die Wurzeln der bleibenden Frontzähne noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Betroffen sind nicht nur die klassischen Kampfsportarten. Handball, Basketball, Hockey, Fußball, Inlineskaten und Mountainbiken führen regelmäßig zu Frontzahntraumata, weil hier hohe Geschwindigkeiten, harte Bälle, Schläger oder Stürze auf Asphalt zusammenkommen. Ein abgebrochener Zahn ist dabei der günstigere Fall. Schwerer wiegen Zähne, die aus dem Kiefer gelockert oder vollständig herausgeschlagen werden, weil dann die Zeit bis zur Versorgung über die Prognose entscheidet.

Wie ein individuell gefertigter Mundschutz wirkt

Ein Mundschutz verteilt die Energie eines Aufpralls über eine größere Fläche und dämpft sie, bevor sie den einzelnen Zahn erreicht. Was ihn wirksam macht, ist weniger das Material als der Sitz. Ein Schutz, der beim Sprechen verrutscht oder zum Atmen herausgenommen wird, schützt in dem Moment nicht, in dem es darauf ankommt.

Konfektionierte Schienen aus dem Sportgeschäft werden über heißes Wasser grob an das Gebiss angepasst. Sie sitzen selten fest, tragen an den Backenzähnen oft zu dick auf und zwingen zum Zubeißen, damit sie an Ort und Stelle bleiben. Ein individuell gefertigter Mundschutz entsteht dagegen auf einem Modell des eigenen Gebisses, das wir mit dem Intraoralscanner aufnehmen. Er wird in den Bereichen verstärkt, die tatsächlich getroffen werden, und bleibt dort dünn, wo Dicke nur stören würde.

Wie ein Sportmundschutz in unserer Praxis entsteht

Am Anfang steht ein Scan des Ober- und meist auch des Unterkiefers, und was dabei erfasst wird, ist die Grundlage für den gesamten Schutz. Wir prüfen zusätzlich, wie die Zahnreihen aufeinandertreffen, weil ein Mundschutz den Biss nicht verschieben darf. Bei Kindern im Wechselgebiss halten wir fest, welche Zähne in den kommenden Monaten durchbrechen werden.

Der Schutz wird anschließend im Labor aus mehreren Schichten eines thermoplastischen Materials tiefgezogen. Beim Einprobieren kontrollieren wir Halt, Randverlauf und Sprechfähigkeit und schleifen nach, wo etwas drückt. Für Trägerinnen und Träger einer festen Zahnspange gibt es eine eigene Bauform mit mehr Platz im Bereich der Brackets. Weil der Kiefer bei Kindern und Jugendlichen wächst, muss der Mundschutz in dieser Lebensphase regelmäßig überprüft und in der Regel jährlich erneuert werden.

Was bei einem Zahnunfall in den ersten Minuten zählt

Bei einem vollständig herausgeschlagenen Zahn entscheidet die Zeit, und was in den ersten dreißig Minuten geschieht, bestimmt die Prognose stärker als alles Spätere. Der Zahn darf nur an der Krone angefasst werden, niemals an der Wurzel, weil dort die Zellen sitzen, die für das Wiedereinheilen gebraucht werden. Abschrubben oder Desinfizieren zerstört eben diese Zellschicht unwiederbringlich.

Die beste Aufbewahrung ist eine Zahnrettungsbox aus der Apotheke, die in jede Sporttasche gehört. Steht keine zur Verfügung, ist kalte H-Milch die brauchbarste Alternative. Wasser ist ungeeignet, weil es die Zellen der Wurzelhaut zerstört. Anschließend geht es umgehend in die Praxis oder, außerhalb der Sprechzeiten, in den zahnärztlichen Notdienst. Auch ein nur gelockerter oder verschobener Zahn gehört noch am selben Tag beurteilt.

Wie Mundgesundheit und sportliche Belastung zusammenhängen

Zwischen dem Zustand des Mundes und der sportlichen Belastbarkeit bestehen Zusammenhänge, die im Breitensport kaum bekannt sind. Was dabei eine Rolle spielt, sind vor allem chronische Entzündungen: ein entzündeter Zahnhalteapparat oder eine unbehandelte Wurzelentzündung belasten das Immunsystem dauerhaft und können Regenerationsphasen verlängern.

Hinzu kommt ein Effekt, der direkt mit dem Training zusammenhängt. Ausdauersportlerinnen und Ausdauersportler atmen über lange Strecken durch den Mund, wodurch die Schleimhäute austrocknen und der schützende Speichelfilm dünner wird. Zusammen mit zuckerhaltigen Sportgetränken, die über Stunden in kleinen Mengen getrunken werden, entsteht daraus ein deutlich erhöhtes Risiko für Karies und Zahnerosion. Wer regelmäßig intensiv trainiert, profitiert deshalb von engeren Kontrollintervallen.

Weshalb Zähneknirschen bei Sportlern häufiger auftritt

Viele Sportlerinnen und Sportler pressen unter Belastung die Zähne aufeinander, und was im Wettkampf als Konzentrationshilfe dient, setzt sich häufig in den Nächten danach fort. Anhaltendes Pressen und Knirschen belastet den Zahnschmelz, die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke.

Wir achten deshalb bei sportlich aktiven Patientinnen und Patienten gezielt auf die typischen Spuren: abgeflachte Kauflächen, feine Schmelzrisse, druckempfindliche Kaumuskeln und morgendliche Verspannungen im Nacken. Zeigt der Befund einen ausgeprägten Bruxismus, kann eine Schiene die Zähne vor weiterem Abrieb schützen. Sie stellt das Knirschen nicht ab, aber sie nimmt die Kraft aus dem Kontakt zwischen den Zahnreihen und verhindert, dass aus einer Gewohnheit ein bleibender Substanzverlust wird.

Wie unser Team die sportzahnmedizinische Betreuung organisiert

Die sportzahnmedizinische Betreuung liegt in der Zahnwelt Hannover beim gesamten Behandlungsteam und ist bewusst nicht an eine einzelne Person gebunden. Was das für Sie bedeutet: Ein Zahnunfall lässt sich nicht planen, und der Termin muss auch dann stattfinden, wenn eine bestimmte Kollegin oder ein bestimmter Kollege nicht im Haus ist.

Für Vereine und Mannschaften aus Hannover und Umgebung nehmen wir Abformungen auch gesammelt vor, sodass ein ganzes Team in einem Durchgang versorgt werden kann. Wer regelmäßig Sport treibt, sollte das beim Kontrolltermin von sich aus ansprechen, weil wir daraufhin gezielter untersuchen und die Vorsorge anders takten. Unsere Praxis in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt hält für akute Zahnunfälle Termine in der Schmerzsprechstunde frei.

Was ein Sportmundschutz kostet

Ein individuell gefertigter Sportmundschutz ist eine Privatleistung, und was er im Einzelfall kostet, hängt von der Bauform und der Zahl der Schichten ab. Ein einfacher Schutz für den Breitensport liegt unter einem mehrschichtigen Modell für Kontaktsportarten, und ein Schutz für Trägerinnen und Träger einer festen Zahnspange erfordert zusätzlichen Aufwand.

Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan. Anders liegt der Fall bei der Versorgung nach einem Zahnunfall: Hier handelt es sich um eine Behandlung, die im Rahmen des Leistungskatalogs erfolgt, und bei Unfällen im Vereinssport greift häufig zusätzlich die Sportversicherung des Verbandes.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Sportarten brauchen einen Mundschutz?

Was das Risiko bestimmt, ist nicht die Sportart allein, sondern die Kombination aus Tempo, Gegnerkontakt und harten Gegenständen. Handball, Basketball, Hockey, Kampfsport und Skaten stehen weit oben, aber auch Mountainbiken und Fußball führen regelmäßig zu Frontzahntraumata. Wer in einer dieser Sportarten regelmäßig trainiert, sollte einen Schutz tragen.

Was ist bei einem herausgeschlagenen Zahn zu tun?

Was in den ersten dreißig Minuten passiert, entscheidet über die Prognose. Fassen Sie den Zahn nur an der Krone an, niemals an der Wurzel, und reinigen Sie ihn nicht. Legen Sie ihn in eine Zahnrettungsbox oder ersatzweise in kalte H-Milch und kommen Sie umgehend in die Praxis oder in den zahnärztlichen Notdienst.

Wie lange hält ein individueller Sportmundschutz?

Bei Erwachsenen hält ein gut gepflegter Mundschutz mehrere Jahre, solange sich am Gebiss nichts verändert. Bei Kindern und Jugendlichen ist das anders, weil der Kiefer wächst und neue Zähne durchbrechen. Hier prüfen wir den Sitz bei jedem Kontrolltermin und fertigen den Schutz in der Regel jährlich neu an.

Kann ein Mundschutz auch mit fester Zahnspange getragen werden?

Ja, dafür gibt es eine eigene Bauform. Sie bietet im Bereich der Brackets mehr Platz und schützt zusätzlich die Wange und die Lippe vor Verletzungen an den Metallteilen. Ein konfektionierter Schutz aus dem Sportgeschäft ist bei fester Spange ungeeignet, weil er nicht sicher sitzt und auf die Brackets drücken kann.

Wirkt sich Sport auf die Zahngesundheit aus?

Ja, und zwar in beide Richtungen. Was bei intensivem Training zum Problem wird, ist die Mundatmung über lange Strecken, die den Speichelfilm ausdünnt, kombiniert mit zuckerhaltigen Sportgetränken über Stunden. Das erhöht das Risiko für Karies und Zahnerosion. Umgekehrt können chronische Entzündungen im Mund die Regeneration verlängern.

Jetzt Termin vereinbaren

Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Sie.

Vielen Dank für Ihre Nachricht!

Wir haben Ihre Anfrage erhalten und melden uns schnellstmöglich bei Ihnen. In der Regel antworten wir innerhalb von 24 Stunden.

Etwas ist schiefgelaufen. Bitte versuchen Sie es erneut.