Digitale Abformung
Bei der digitalen Abformung erfasst ein Intraoralscanner die Zahnreihen als dreidimensionalen Datensatz, sodass der klassische Abdruck mit Löffel und Abformmasse entfällt.
Bei der digitalen Abformung erfasst ein Intraoralscanner die Zahnreihen als dreidimensionalen Datensatz, sodass der klassische Abdruck mit Löffel und Abformmasse entfällt.
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Bei der digitalen Abformung erfasst ein Intraoralscanner die Zahnreihen dreidimensional, ohne Löffel und Abformmasse. Der wichtigste Vorteil ist die sofortige Kontrolle am Bildschirm, besonders an der Präparationsgrenze. Bei tief liegenden Rändern oder zahnlosen Kiefern kann der klassische Abdruck weiterhin überlegen sein.
Eine Abformung ist die maßgenaue Kopie der Zahnreihen, auf deren Grundlage im Labor eine Krone, eine Schiene oder ein Aligner entsteht. Was sich in den vergangenen Jahren geändert hat, ist nicht ihr Zweck, sondern der Weg dorthin: An die Stelle von Löffel und Abformmasse tritt eine Kamera, die den Mund in wenigen Minuten dreidimensional erfasst.
Bei der digitalen Abformung entfällt dieser Schritt. Ein Intraoralscanner, eine handstückgroße Kamera, fährt die Zahnreihen ab und erfasst dabei tausende Einzelbilder pro Sekunde. Eine Software fügt sie in Echtzeit zu einem dreidimensionalen Modell zusammen, das während der Aufnahme am Bildschirm entsteht. Am Ende steht ein digitaler Datensatz statt eines Gipsmodells, und dieser Datensatz ist die Grundlage für alles Weitere.
Beim konventionellen Verfahren wird ein Löffel mit Abformmasse gefüllt und über die Zahnreihe gedrückt, wo die Masse innerhalb weniger Minuten aushärtet. Was dabei entsteht, ist ein Negativ, das anschließend mit Gips ausgegossen wird. Jeder dieser Schritte bringt eine eigene Fehlerquelle mit sich.
Die Masse kann beim Aushärten schrumpfen, sich beim Herausnehmen verziehen oder Blasen enthalten. Der Gips kann beim Ausgießen Luft einschließen, und auf dem Transportweg ins Labor kann das Modell beschädigt werden. Kommt eines dieser Probleme vor, fällt es oft erst auf, wenn die fertige Arbeit nicht passt, also nach Tagen. Dann muss der Abdruck wiederholt werden, mit einem zusätzlichen Termin und einem zusätzlichen Provisorium.
Der entscheidende Vorteil liegt weniger im Komfort als in der Kontrolle. Was beim Scannen sichtbar wird, ist das Ergebnis selbst, in dem Moment, in dem es entsteht. Fehlt an einer Stelle Information, zeigt die Software dort eine Lücke im Modell, und wir scannen diesen Bereich einfach nach.
Besonders wichtig ist das an der Präparationsgrenze, also am Übergang vom beschliffenen Zahn zum Zahnfleisch. Dieser Rand entscheidet später über die Dichtigkeit einer Krone, und dort ist der klassische Abdruck am fehleranfälligsten, weil Blut oder Speichel die Masse stören. Am Bildschirm lässt sich der Rand vergrößert prüfen, bevor die Patientin oder der Patient den Stuhl verlässt. Ein zweiter Termin wegen eines unbrauchbaren Abdrucks entfällt damit.
Vor dem Scan werden die Zähne gereinigt und getrocknet, und was dabei besonders zählt, ist ein zurückgehaltenes Zahnfleisch am präparierten Zahn, damit die Kamera den Rand sehen kann. Danach fahren wir die Kauflächen, die Außen- und die Innenseiten in einer festen Reihenfolge ab.
Der Vorgang dauert für einen ganzen Kiefer meist nur wenige Minuten und lässt sich jederzeit unterbrechen. Es gibt keine Masse, die aushärten muss, keine Zeit, die abgewartet werden muss, und kein Gefühl von Enge im Mund. Anschließend scannen wir den Gegenkiefer und die Bisssituation, damit die spätere Arbeit in der Höhe stimmt. Für Menschen mit ausgeprägtem Würgereiz ist das Verfahren deutlich besser verträglich, weil nichts in den weichen Gaumen gedrückt wird.
Ein Scan ist nicht nur ein Ersatz für den Abdruck, sondern der Ausgangspunkt für eine ganze Reihe von Arbeitsschritten. Was aus ihm entsteht, hängt vom Behandlungsziel ab: Aus denselben Daten lassen sich Kronen, Brücken, Inlays, Schienen und Aligner planen und fertigen.
In der Implantologie wird der Scan mit einer dreidimensionalen Röntgenaufnahme überlagert, sodass Knochenangebot und geplante Kronenposition gemeinsam sichtbar werden. Daraus entsteht die Bohrschablone, die den Eingriff führt. In der Kieferorthopädie erlaubt der Datensatz eine Simulation der geplanten Zahnbewegung. Und für den Sport lässt sich aus demselben Scan ein individuell gefertigter Mundschutz herstellen, ohne dass eine weitere Abformung nötig wird.
Ein digitaler Datensatz altert nicht. Was ein Gipsmodell im Lager mit der Zeit erleidet, also Bruch, Abrieb und Verlust, kann einer Datei nicht passieren, und sie lässt sich beliebig oft ohne Qualitätsverlust verwenden.
Daraus ergeben sich praktische Vorteile. Bricht eine Schiene, kann sie aus dem vorhandenen Datensatz neu gefertigt werden, ohne dass Sie zu einem Abformtermin kommen müssen. Wird eine Krone Jahre später erneuert, liegt die Ausgangssituation dokumentiert vor. Besonders wertvoll ist der Vergleich über die Zeit: Legt man zwei Scans im Abstand mehrerer Jahre übereinander, wird sichtbar, wo Zahnhartsubstanz verloren gegangen ist, etwa durch Erosion oder nächtliches Knirschen. Diese Veränderungen sind mit bloßem Auge kaum zu bemerken.
So klar die Vorteile sind, es gibt Situationen, in denen ein Scan an Grenzen stößt, und was ihn dabei behindert, ist immer dasselbe: fehlende Sicht. Eine Kamera kann nur erfassen, was sie sieht. Liegt die Präparationsgrenze tief unter dem Zahnfleisch und lässt sich das Gewebe nicht ausreichend zurückhalten, oder blutet es an dieser Stelle, wird der Rand nicht sauber abgebildet.
Auch bei zahnlosen Kiefern für eine Vollprothese ist das Verfahren anspruchsvoller, weil auf der weichen Schleimhaut die markanten Punkte fehlen, an denen die Software Einzelbilder aneinandersetzt. In solchen Fällen kann ein konventioneller Abdruck weiterhin die bessere Wahl sein. Wir entscheiden das am Befund und nicht nach dem Verfahren, und wir sagen es offen, wenn der klassische Weg im Einzelfall überlegen ist.
Eine zweite Grenze betrifft nicht das Gerät, sondern die Vorbereitung. Ein Scan bildet ab, was im Moment der Aufnahme vorliegt, und er kann eine unruhige Ausgangslage nicht ausgleichen. Blutet das Zahnfleisch, weil eine Entzündung besteht, oder ist der Zahn nicht vollständig getrocknet, wird der Datensatz an dieser Stelle ungenau. Deshalb behandeln wir eine Gingivitis vor der Abformung aus und nehmen uns die Minuten für eine saubere Trockenlegung, statt sie beim Scannen zu sparen.
Eine häufige Sorge lässt sich schnell ausräumen: Ein Intraoralscanner arbeitet mit sichtbarem Licht oder mit strukturiertem Laserlicht im ungefährlichen Bereich und erzeugt keine Röntgenstrahlung. Was Sie beim Scan sehen, ist Licht, mehr nicht.
Die entstehenden Daten sind Gesundheitsdaten und unterliegen denselben Regeln wie Ihre übrige Behandlungsdokumentation. Sie werden in der Praxis gespeichert und nur für die Herstellung Ihrer Versorgung an das Labor übermittelt. Eine Weitergabe darüber hinaus findet nicht statt. Was mit den Daten geschieht und wie lange sie aufbewahrt werden, können Sie jederzeit erfragen, und Sie haben ein Recht auf Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten. Wünschen Sie eine Kopie Ihres Scans, etwa für eine Zweitmeinung in einer anderen Praxis, stellen wir sie Ihnen in einem gängigen Dateiformat zur Verfügung.
Die Abformung ist Teil der jeweiligen Behandlung und wird nicht als eigenständige Leistung berechnet, und was das bedeutet, ist einfach: Sie zahlen für die Krone, die Schiene oder die Aligner-Therapie, nicht für die Art der Abformung. Ob konventionell oder digital abgeformt wird, ändert die Regelversorgung nicht.
Bei Zahnersatz zahlen die gesetzlichen Kassen einen befundbezogenen Festzuschuss, der sich an der Regelversorgung orientiert und mit lückenlos geführtem Bonusheft steigt. Wählen Sie eine höherwertige Ausführung, bleibt der Zuschuss gleich und der Eigenanteil steigt. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.
Für die meisten ja, besonders bei ausgeprägtem Würgereiz. Es wird nichts in den weichen Gaumen gedrückt, es härtet keine Masse aus, und der Vorgang lässt sich jederzeit unterbrechen. Für einen ganzen Kiefer dauert der Scan meist nur wenige Minuten, und Sie sehen das Ergebnis währenddessen am Bildschirm.
Nein. Ein Intraoralscanner arbeitet mit sichtbarem Licht oder mit strukturiertem Laserlicht im ungefährlichen Bereich und erzeugt keine Röntgenstrahlung. Was Sie während der Aufnahme sehen, ist Licht. Eine Röntgenaufnahme ist etwas anderes und wird nur dann gemacht, wenn der Befund sie erfordert.
Was ihn im Alltag überlegen macht, ist weniger die reine Messgenauigkeit als der Wegfall von Fehlerquellen: keine schrumpfende Masse, kein Verzug beim Herausnehmen, keine Blasen im Gips, kein Transportschaden. Vor allem lässt sich das Ergebnis sofort prüfen und an einzelnen Stellen nachscannen.
Ja. Liegt die Präparationsgrenze tief unter dem Zahnfleisch und lässt sich das Gewebe nicht ausreichend zurückhalten, oder blutet es dort, kann die Kamera den Rand nicht sauber erfassen. Auch bei zahnlosen Kiefern fehlen der Software markante Punkte. Dann ist der konventionelle Weg im Einzelfall besser.
Sie sind Gesundheitsdaten und unterliegen denselben Regeln wie Ihre übrige Behandlungsdokumentation. Gespeichert werden sie in der Praxis, übermittelt nur an das Labor, das Ihre Versorgung herstellt. Eine Weitergabe darüber hinaus findet nicht statt, und Sie haben ein Recht auf Auskunft über die gespeicherten Daten.
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