Intraoralscanner

Ein Intraoralscanner ist ein zahnmedizinisches Handgerät, das mit einer kleinen Kamera die Oberfläche der Zähne und des Zahnfleischs in Echtzeit dreidimensional erfasst und ein digitales Modell des Mundes erzeugt, ganz ohne klassische Abformmasse.

Der Intraoralscanner ersetzt Abformpaste durch ein optisches 3D-Verfahren mit einer Auflösung im Mikrometerbereich.
Patientinnen und Patienten mit Würgereiz erleben den Wechsel zur digitalen Abformung als spürbare Erleichterung.
Der digitale Datensatz geht ohne Übertragungsfehler ins Labor und verkürzt die Lieferzeit für Kronen, Aligner und Schienen.
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Inhaltsverzeichnis

Wie der Intraoralscanner die klassische Abformung ersetzt

Der zähe Abdrucklöffel war über Generationen das prägende Bild der Zahnarztpraxis. Eine kalte, breiige Masse aus Alginat oder Silikon wurde in einen löffelförmigen Träger gefüllt, auf die Zähne gedrückt und musste dort mehrere Minuten lang aushärten, während der Mund still gehalten werden sollte. Genau dieser Schritt hat vielen Menschen den Gang zur Krone oder zur Schiene verleidet. Die Paste schmeckte fremd, sie quoll nach hinten in den Rachen, und bei empfindlichen Patientinnen und Patienten löste sie zuverlässig einen Würgereiz aus. Der Intraoralscanner lässt diesen Schritt vollständig verschwinden. Statt einer Masse im Mund führen wir einen schlanken Kamerakopf an den Zähnen entlang, und auf dem Bildschirm wächst in unter zwei Minuten ein dreidimensionales Modell Ihres Kiefers. Keine Paste, kein Druck, keine Wartezeit mit zusammengebissenen Zähnen.

Die digitale Abformung ist eine der einschneidendsten Veränderungen, die die Zahnmedizin in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebt hat. Was über Jahrzehnte ein analoger Vorgang aus Abformmasse, Gipsmodell und Postversand ans Labor war, läuft heute über ein optisches Verfahren, das den Mund direkt in einen Datensatz übersetzt. In unserer Praxis in der Hildesheimer Strasse 25 in Hannover-Südstadt haben unsere Zahnärztinnen und Zahnärzte den digitalen Workflow für Versorgungen von der Einzelkrone über das Implantat bis zum Aligner fest in die Abläufe integriert. Für Sie heißt das vor allem: Der unangenehmste Teil einer Abformung fällt weg.

Ein optisches Verfahren, das den Mund in Echtzeit vermisst

Ein Intraoralscanner ist im Kern eine hochauflösende 3D-Kamera, eingebaut in einen schlanken Handgriff von etwa der Größe einer Computermaus. Vorne sitzt ein dünner Kamerakopf, der durch den Mund geführt wird. Während wir den Kopf langsam über die Zähne bewegen, nimmt das Gerät pro Sekunde mehrere hundert bis mehrere tausend Einzelbilder auf. Eine Software setzt diese Bilder noch im selben Moment zu einem dreidimensionalen Modell zusammen. Auf dem Monitor wächst das Modell des Kiefers innerhalb von ein bis zwei Minuten von einem einzelnen Zahn zur vollständigen Aufnahme der gesamten Zahnreihe.

Die zugrunde liegende Technik unterscheidet sich je nach Hersteller. Manche Scanner arbeiten mit strukturierter Beleuchtung, also einem Streifen- oder Punktmuster, das auf die Zahnoberfläche projiziert wird. Aus der Verformung dieses Musters errechnet die Software die räumliche Geometrie. Andere Geräte nutzen konfokale Mikroskopie oder ein Stereoverfahren mit mehreren parallelen Sensoren. Das Ergebnis ist in jedem Fall ein digitaler Datensatz, der die Zahnoberflächen, die Zahnzwischenräume und die angrenzende Schleimhaut mit einer Auflösung im Bereich weniger Mikrometer abbildet. Dieser Datensatz wird in einem standardisierten Format exportiert, meist als STL- oder PLY-Datei, und an das zahntechnische Labor oder die Aligner-Software gesendet.

Kein Würgereiz, keine Paste, keine Wartezeit

Der größte Unterschied zur klassischen Abformung ist die Tatsache, dass nichts in den Mund eingelegt wird, das härtet, drückt oder einen Geschmack abgibt. Sie sitzen entspannt im Behandlungsstuhl, drehen den Kopf nach Bedarf leicht zur Seite, und wir führen den Scanner an Ihren Zähnen entlang. Es gibt keine Minuten, in denen Sie mit einem vollen Löffel im Mund still ausharren müssen. Es gibt keine Masse, die im Rachen einen Würgereiz auslöst. Gerade Patientinnen und Patienten mit ausgeprägtem Würgereflex erleben den Wechsel zur digitalen Abformung als spürbare Erleichterung, häufig ohne jede besondere Vorbereitung mit Atemtechnik oder Akupressur.

Hinzu kommt die Geschwindigkeit und die sofortige Sichtbarkeit. Ein vollständiger Kieferscan dauert je nach Indikation zwischen einer und drei Minuten, ein Bissregister wenige Sekunden zusätzlich. Anders als beim Gipsmodell, das erst gegossen und getrocknet werden muss, liegt das Ergebnis sofort vor. Wir können das Modell während des Termins gemeinsam mit Ihnen am Bildschirm betrachten, in jede Perspektive drehen, die Bisslage prüfen und die geplante Versorgung visualisieren. Diese Transparenz war mit Modellen aus Gips in dieser Form nicht möglich, weil das Modell schlicht noch nicht existierte, solange Sie auf dem Stuhl saßen.

Warum der digitale Datensatz oft präziser ist

Ein zweiter großer Vorteil liegt in der Genauigkeit der Übertragung. Eine konventionelle Abformung muss einen langen Weg gehen: vom Mund über die Abformmasse zum Gipsmodell und von dort ins Labor. Auf jeder dieser Stationen können kleine Abweichungen entstehen, etwa durch Schrumpfung der Abformmasse, durch Verzug beim Ausgießen oder durch Lufteinschlüsse. Ein digitaler Datensatz kennt diese Übertragungsfehler nicht. Was wir scannen, geht in identischer Form an das Labor weiter, ohne physischen Umweg.

In den aussagekräftigsten Untersuchungen ist die digitale Abformung der konventionellen für Einzelkronen und kleinere Brücken klinisch ebenbürtig oder leicht überlegen. Bei sehr großen Konstruktionen über mehrere Implantate hinweg gibt es nach wie vor Indikationen, in denen wir konventionell oder im Verbundverfahren arbeiten, weil sich Abweichungen über eine lange Spannweite anders aufaddieren. Das ist eine Detailfrage, die wir im Einzelfall mit Ihnen besprechen. Für die allermeisten alltäglichen Versorgungen jedoch ist der Scan heute der präzisere und der angenehmere Weg.

Wofür der Scanner in der Praxis eingesetzt wird

Die ersten kommerziellen Intraoralscanner waren allein auf Einzelkronen ausgelegt. Heute decken die Geräte praktisch das gesamte Spektrum der prothetischen, implantologischen und kieferorthopädischen Versorgungen ab. Wir setzen den Scanner ein für Kronen und Brücken bis zu mittlerer Spannweite, für Inlays und Onlays, für Veneers, für Implantatversorgungen mit speziellen Scanbodies und für die Aligner-Therapie. Bei der Behandlung mit Alignern ist der Scan sogar die zwingende Voraussetzung, denn die transparenten Schienen entstehen direkt aus dem digitalen Datensatz im 3D-Druck oder Tiefziehverfahren.

Auch jenseits des reinen Zahnersatzes hat der Scanner einen festen Platz. Wir vermessen damit den Zahnstand, dokumentieren die Zahnabnutzung über die Zeit, vergleichen Modelle vor und nach einer Behandlung und planen einen Sportmundschutz oder eine Knirschschiene aus dem digitalen Abbild. Für die Schnarchschiene gilt dasselbe Prinzip: Aus dem Scan beider Kiefer und der erfassten Bisslage entsteht die individuell passende Schiene. Die Möglichkeit, den Mund am Bildschirm in jeder gewünschten Perspektive zu drehen und Strecken zu messen, ist dabei diagnostisch ein erheblicher Mehrwert.

Genauigkeit, Hygiene und die Grenzen des Scans

So überzeugend das Verfahren ist, es hat klare Voraussetzungen. Der Scanner arbeitet am zuverlässigsten in einer trockenen und übersichtlichen Mundhöhle. Wo Speichel oder Blut die Oberfläche verschleiern, wird die Erfassung schwieriger. Deshalb trocknen wir vor dem Scan und nutzen bei Bedarf einen Kofferdam oder einen Wangenhalter. Eine besondere Stelle sind subgingivale Präparationsgrenzen, also Abschlüsse einer Krone unterhalb des Zahnfleischs. Sie lassen sich nicht beliebig tief erfassen, weil das Zahnfleisch das Sichtfeld der Kamera verdeckt. In solchen Fällen legen wir vorab einen feinen Retraktionsfaden, der das Zahnfleisch sanft verdrängt, oder wir wechseln im Einzelfall auf eine konventionelle Abformung. Das kommt heute selten vor, gehört aber zur ehrlichen Einordnung des Verfahrens.

Hygienisch ist der Scanner gut beherrschbar. Der Kamerakopf wird zwischen Patientinnen und Patienten mit einer wechselbaren Hülle abgedeckt oder vollständig sterilisiert, das Gerät selbst nach jedem Termin desinfiziert. Damit liegt der Standard mindestens so hoch wie bei klassischen Instrumenten. Ein zusätzlicher Vorteil: Allergische Reaktionen, wie sie bei manchen Abformmaterialien auftreten können, entfallen vollständig, weil der Scan kontaktarm und materialfrei abläuft.

So greift der digitale Workflow mit dem Labor ineinander

Der Intraoralscanner ist nur ein Element in einem digitalen Ablauf, der an mehreren Stellen ineinandergreift. Wir arbeiten mit der digitalen Abformung in unserer eigenen Praxis und stimmen uns mit lokalen Meisterlaboren in der Region Hannover ab. Die Daten werden verschlüsselt übertragen, ohne dass ein physischer Abdruck verschickt werden muss. Im Labor wird die Versorgung anschließend entweder gefräst oder im 3D-Druck hergestellt, je nach Material und Indikation. Weil der Postweg für das Modell entfällt, verkürzt sich die Lieferzeit für viele Versorgungen spürbar. Welche Versorgung mit welchem Workflow für Sie sinnvoll ist, klären wir gemeinsam und führen Sie Schritt für Schritt durch unsere digitale Abformung.

Uns ist wichtig, dass Sie verstehen, was im Hintergrund geschieht. Wenn wir mit dem Scanner an Ihren Zähnen entlangfahren, sehen Sie auf dem Monitor dasselbe Bild wie wir, können nachfragen und sich einzelne Stellen zeigen lassen. Die Kosten der eigentlichen Versorgung, also der Krone, des Inlays oder der Aligner-Therapie, richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan. Die digitale Abformung selbst ist bei uns Bestandteil der jeweiligen Versorgung und wird nicht zusätzlich berechnet.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Tut die digitale Abformung weh?

Nein. Der Scanner berührt die Zähne nicht aktiv, sondern fährt mit einer kleinen Kamera knapp darüber. Es gibt keinen Druck, keine Hitze und keine Geschmacksbelastung. Die meisten Patientinnen und Patienten beschreiben den Vorgang als angenehmer und kürzer als eine herkömmliche Abformung. Wer empfindliches Zahnfleisch hat, spürt die Kameraspitze allenfalls als sehr leichte Berührung.

Wie lange dauert ein Scan im Vergleich zum Abdruck?

Ein vollständiger Kieferscan dauert je nach Indikation zwischen einer und drei Minuten pro Kiefer, ein Bissregister wenige Sekunden zusätzlich. Eine konventionelle Abformung mit Silikon braucht in der Regel länger, weil die Masse nach dem Einsetzen mehrere Minuten aushärten muss, in denen der Mund still gehalten werden soll.

Sind die Daten für meine Krone genauso präzise wie ein Silikonabdruck?

Für Einzelkronen, Brücken bis mittlerer Spannweite, Inlays, Onlays und Aligner ist die digitale Abformung dem klassischen Abdruck klinisch ebenbürtig oder leicht überlegen. Bei sehr großen Konstruktionen über mehrere Implantate hinweg gibt es Indikationen, in denen wir noch konventionell oder im Verbundverfahren arbeiten. Wir entscheiden das individuell.

Funktioniert der Scanner auch bei sehr empfindlichen Patientinnen und Patienten?

Ja, in den allermeisten Fällen sogar besser als die klassische Abformung. Wer einen ausgeprägten Würgereiz, eine eingeschränkte Mundöffnung oder Angst vor der Pastenkonsistenz hat, verträgt den Scan in der Regel deutlich besser. Wer dennoch unsicher ist, kann im Vorgespräch mit uns einen Probelauf an einem einzelnen Zahn ausprobieren.

Was kostet die digitale Abformung extra?

Die digitale Abformung selbst ist in unserer Praxis Bestandteil der jeweiligen Versorgung und wird nicht separat berechnet. Die Kosten der Versorgung, also der Krone, des Inlays oder der Aligner-Therapie, richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den Eigenanteil besprechen wir vor der Behandlung in einem Heil- und Kostenplan.

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