Kreuzbiss
Ein Kreuzbiss liegt vor, wenn beim Schlussbiss einzelne untere Zähne oder ganze Seitenzähne über die oberen greifen. Das belastet Kaufunktion und Kiefergelenk und sollte im Wachstumsalter kieferorthopädisch abgeklärt werden.
Ein Kreuzbiss liegt vor, wenn beim Schlussbiss einzelne untere Zähne oder ganze Seitenzähne über die oberen greifen. Das belastet Kaufunktion und Kiefergelenk und sollte im Wachstumsalter kieferorthopädisch abgeklärt werden.
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Beim Kreuzbiss greifen einzelne untere Zähne oder ganze Seitenzähne über die oberen, statt umgekehrt. Häufige Folgen sind asymmetrische Kaubelastung, Kiefergelenksprobleme und ungleichmäßiger Zahnverschleiß. Die Korrektur ist Aufgabe der Kieferorthopädie. Wir erkennen den Befund, empfehlen eine erste Befundkontrolle im Wachstumsalter und überweisen gezielt.
Beim Vorsorgetermin betrachtet eine Mutter mit ihrer siebenjährigen Tochter im Spiegel die Zahnreihen. Die Kieferorthopäden hätten bei einem Beratungstermin von einem „Kreuzbiss“ gesprochen, sagt die Mutter, ihr aber nicht so recht erklärt, was das genau heiße und warum man jetzt schon etwas tun solle. Wenn das Mädchen den Mund schließt, sehen wir es deutlich: Auf der linken Seite greifen die unteren Backenzähne nicht innen an die oberen, wie es normalerweise der Fall wäre, sondern außen über sie. Was die Kollegen als Kreuzbiss bezeichnet haben, ist eine umgekehrte Lagebeziehung der Zahnreihen: Die unteren Zähne sind über die oberen geschoben. Im Erwachsenenalter ist diese Verschiebung schwer rückgängig zu machen. Im Wachstumsalter ist sie ein dankbares Behandlungsfeld, weil der Kiefer noch geformt werden kann.
In unserer Praxis in der Hildesheimer Strasse 25 in Hannover-Südstadt begegnet uns der Kreuzbiss in unterschiedlichen Ausprägungen. Bei Kindern sehen wir ihn häufig an einzelnen Zähnen oder an ganzen Seitensegmenten. Bei Erwachsenen begegnet er uns als chronische Belastung des Kiefergelenks, als asymmetrischer Zahnverschleiß oder als Hinweis auf eine ursprünglich nicht behandelte Wachstumsabweichung. Dr. Hilmar Teschner und das Behandlerteam der Zahnwelt Hannover ordnen den Kreuzbiss nicht reflexhaft als Schönheitsthema ein, sondern als funktionellen Befund mit klaren Auswirkungen auf Kauen, Sprechen und Kiefergelenk. Diese Einordnung trägt die ganze weitere Beratung.
Der Begriff Kreuzbiss umfasst mehrere Befunde, die sich in Lokalisation und Ursache deutlich unterscheiden. Der seitliche Kreuzbiss oder laterale Kreuzbiss ist die häufigste Form und betrifft die Backenzähne. Er kann einseitig auftreten, wir nennen das einen einseitigen seitlichen Kreuzbiss, oder beidseitig, dann sprechen wir von einem beidseitigen seitlichen Kreuzbiss. Der einseitige Kreuzbiss geht häufig mit einer Zwangsbissstellung einher: Das Kind beißt nicht in der eigentlichen Kieferposition zu, sondern weicht beim Mundschluss zur Seite aus, um die Zähne überhaupt aufeinanderbringen zu können. Diese Ausweichbewegung kann auf Dauer das Kiefergelenk asymmetrisch belasten und ist ein wichtiges Argument für eine frühzeitige Korrektur.
Der frontale Kreuzbiss oder anterior Kreuzbiss betrifft die Schneidezähne. Wenn ein einzelner oberer Schneidezahn hinter dem Unterkieferzahn steht, sprechen wir von einem einzelnen frontalen Kreuzbiss. Wenn alle oberen Schneidezähne hinter den unteren stehen, handelt es sich um einen echten Vorbiss oder Progenie, eine wachstumsbedingte Fehllage des Unterkiefers im Verhältnis zum Oberkiefer. Diese Form ist häufig genetisch mitbestimmt und braucht eine andere Behandlungsstrategie als der einfache Frontzahnkreuzbiss. Der Kopfbiss, bei dem die Schneidekanten direkt aufeinandertreffen, wird mitunter als Sonderform geführt, weil er zwar nicht überlappt, aber funktionell ähnliche Belastungsmuster verursacht wie ein beginnender Kreuzbiss.
Wenn Kinder mit einem Kreuzbiss in unsere Sprechstunde kommen, sortieren wir die Ursachen entlang einer überschaubaren Liste. An erster Stelle stehen Wachstumsabweichungen des Oberkiefers oder des Unterkiefers. Ein zu schmaler Oberkiefer führt häufig zu einem beidseitigen seitlichen Kreuzbiss, weil die Oberkieferzähne nicht mehr außen über die Unterkieferzähne greifen können. Ein nach vorne wachsender Unterkiefer führt häufig zu einem frontalen Kreuzbiss oder einer Progenie. Diese Wachstumsmuster sind oft genetisch mitgebracht und zeigen sich häufig schon in der Familie.
An zweiter Stelle stehen funktionelle Ursachen. Eine verlegte Nasenatmung, ein persistierender Schnuller, lange anhaltendes Daumenlutschen oder eine Zungenfehlfunktion mit Zungenpressen gegen die Frontzähne wirken sich auf das Kieferwachstum aus. Wer als Kind dauerhaft mit offenem Mund atmet, zeigt häufig einen schmaleren Oberkiefer und damit ein erhöhtes Risiko für einen seitlichen Kreuzbiss. Auch ein zu kurzes Zungenband kann durch eine eingeschränkte Zungenruhelage zu einer veränderten Kieferentwicklung beitragen. An dritter Stelle stehen Frühkontakte einzelner Zähne, die das Kind beim Schlussbiss zur Seite zwingen, weil ein einzelner Zahn falsch durchbricht und die Zahnreihen nicht mehr korrekt zusammenfinden.
Ein Kreuzbiss ist mehr als ein optisches Detail. Wir sehen in unserer Praxis regelmäßig Patientinnen und Patienten, bei denen die Folgen einer unbehandelten Wachstumsphase bis ins Erwachsenenalter wirken. Die wichtigsten Folgen lassen sich in drei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe betrifft das Kiefergelenk: Asymmetrischer Schlussbiss bedeutet asymmetrische Belastung. Bei einseitigem seitlichem Kreuzbiss mit Zwangsbiss verlagert sich der Unterkiefer beim Mundschluss zur Seite, das Kiefergelenk arbeitet links und rechts unterschiedlich, und es entwickeln sich häufig Kraniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) mit Knacken, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Die zweite Gruppe betrifft die Zahnsubstanz. Wenn die Zahnreihen nicht korrekt zueinander stehen, verschleißen einzelne Zähne ungewöhnlich stark, vor allem die Eckzähne und die ersten Backenzähne. Über Jahre können tiefe Schlifflächen entstehen, die später durch Inlays, Onlays oder Kronen versorgt werden müssen. Ein nicht-rechtzeitig erkannter Frontzahnkreuzbiss führt zu Frontzahnverschleiß und kann das Trauma einzelner Schneidezähne begünstigen. Die dritte Gruppe betrifft das Knochen- und Weichgewebe: Asymmetrische Kaubelastung kann das Wachstum von Ober- und Unterkiefer ungleich beeinflussen, das Gesicht entwickelt sich asymmetrisch, die Mittellinie der Zahnreihen verschiebt sich, und in einigen Fällen entsteht eine sichtbare Kinnabweichung.
Im Wachstumsalter lassen sich Abweichungen der Bissstellung besonders gut beurteilen, weil der Kiefer noch im Wachstum ist. Genau deshalb empfehlen wir eine erste kieferorthopädische Befundkontrolle zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr: In dieser Phase lässt sich sicher einschätzen, ob und wann eine Korrektur sinnvoll ist. Mehr zur zahnärztlichen Begleitung im Wachstumsalter finden Sie in unserem Glossarbeitrag Kinderzahnheilkunde.
Im Erwachsenenalter ist das Wachstum abgeschlossen. Korrekturen sind dann aufwendiger und werden von der Kieferorthopädie individuell geplant. Eine Behandlung ist nicht in jedem Fall sofort nötig, aber eine sichere Einschätzung im richtigen Zeitfenster ist die Grundlage für die richtige Entscheidung.
Unsere Diagnostik beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Wir fragen nach Atmungsmustern, Schnullergebrauch, Daumenlutschen, Sprachentwicklung und Auffälligkeiten beim Kauen. Klinisch beurteilen wir die Schlussbissstellung in habitueller Position und in zentrischer Relation, also in der Position, in der das Kiefergelenk eigentlich stehen sollte. Eine Differenz zwischen beiden Positionen weist auf einen Zwangsbiss hin, ein wichtiger Befund vor allem bei einseitigen seitlichen Kreuzbissen. Wir messen die Mittellinien von Ober- und Unterkiefer, beurteilen die Kiefergelenke auf Knacken oder Bewegungseinschränkungen und prüfen die Mundatmung.
Ergänzend arbeiten wir mit einer digitalen Abformung oder Modellen, mit Fotodokumentation und je nach Fragestellung mit Röntgenbildern, um die Wurzeln und das Kieferwachstum sicher zu beurteilen. Bei komplexen Befunden, etwa Verdacht auf eine Wachstumsasymmetrie, ergänzen wir bildgebende Verfahren wie ein Fernröntgenseitenbild, das die Schädelproportionen abbildet. Wir arbeiten dabei eng mit Kieferorthopäden in Hannover zusammen, weil die Korrektur eines Kreuzbisses eine kieferorthopädische Behandlung ist und wir als Zahnarztpraxis die diagnostischen Vorbefunde liefern und die kieferorthopädische Therapie funktionell begleiten.
Die Behandlung eines Kreuzbisses ist Aufgabe der Kieferorthopädie und wird nicht in unserer Praxis durchgeführt. Unsere Rolle in der Zahnwelt Hannover: Wir erkennen den Befund bei der Kontrolle, erheben die diagnostischen Vorbefunde, überweisen an kieferorthopädische Praxen in Hannover, mit denen wir eng zusammenarbeiten, und begleiten die Zahngesundheit während und nach der Therapie. Alle Fragen zum Ablauf und zu den Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung beantwortet die kieferorthopädische Praxis im persönlichen Beratungsgespräch.
Ein Kreuzbiss ist kein Befund, der sich von selbst auswächst. Aber er ist auch kein Notfall. Was er braucht, ist eine ehrliche Befundeinschätzung im Wachstumsalter und eine Behandlung im richtigen Fenster. Wir nehmen uns die Zeit, mit Ihnen und Ihrem Kind den Befund am Modell oder am Bildschirm zu zeigen, die Optionen verständlich zu erklären und zu sagen, wo aus unserer Sicht eine kieferorthopädische Vorstellung jetzt sinnvoll ist und wo wir vorerst beobachten. Welche Strategie für Ihr Kind oder für Sie selbst trägt, klären wir gemeinsam beim nächsten Termin in der Hildesheimer Strasse 25 in Hannover-Südstadt.
Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ihre individuelle Situation klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.
In den meisten Fällen nicht. Ein Kreuzbiss bleibt ohne Behandlung bestehen und kann sich durch ungünstige Wachstumsmuster sogar verstärken. Was sich auswachsen kann, sind einzelne Lückenzustände im Wechselgebiss. Eine umgekehrte Lagebeziehung der Zahnreihen ist aber selten ein vorübergehendes Phänomen. Eine kieferorthopädische Befundkontrolle zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr ist deshalb sinnvoll.
Das schätzt die kieferorthopädische Praxis anhand des Befunds ein. Viele Behandlungen beginnen zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr, weil sich das Wachstum dann gut nutzen lässt. Wichtig ist die frühe Befundkontrolle: Sie schafft die Grundlage, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Die Therapieplanung selbst liegt bei den Kieferorthopäden.
Die Korrektur eines Kreuzbisses ist Aufgabe der Kieferorthopädie und findet nicht in unserer Praxis statt. Wir erkennen den Befund bei der Kontrolle, erheben die diagnostischen Vorbefunde und überweisen an kieferorthopädische Praxen in Hannover, mit denen wir eng zusammenarbeiten. Fragen zum Ablauf und zu den Kosten beantwortet die kieferorthopädische Praxis.
Ja, vor allem ein einseitiger seitlicher Kreuzbiss mit Zwangsbiss belastet das Kiefergelenk asymmetrisch. Die Folge können Knackgeräusche, Bewegungseinschränkungen, muskuläre Verspannungen und chronische Kopfschmerzen sein. Das Beschwerdebild fasst die Zahnmedizin unter dem Begriff Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammen. Eine frühzeitige kieferorthopädische Abklärung hilft, dieses Risiko zu verringern.
Wir achten bei jeder Kontrolle auf die Bissstellung, zeigen Ihnen den Befund verständlich am Modell oder am Bildschirm und veranlassen bei Bedarf die Überweisung zur Kieferorthopädie. Während und nach der kieferorthopädischen Behandlung begleiten wir die Zahngesundheit wie gewohnt weiter.
Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Sie.