Kinderzahnheilkunde
Die Kinderzahnheilkunde begleitet Zähne und Kiefer vom ersten Milchzahn bis ins Jugendalter und richtet Vorsorge, Behandlung und Kommunikation am Entwicklungsstand des Kindes aus.
Die Kinderzahnheilkunde begleitet Zähne und Kiefer vom ersten Milchzahn bis ins Jugendalter und richtet Vorsorge, Behandlung und Kommunikation am Entwicklungsstand des Kindes aus.
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Die Kinderzahnheilkunde begleitet Zähne und Kiefer vom ersten Milchzahn bis ins Jugendalter. Der erste Termin sollte früh und ohne Behandlungsdruck stattfinden, damit die Praxis nicht mit Schmerz verbunden wird. Milchzähne werden behandelt, weil Karies dort den Nerv schneller erreicht und sie als Platzhalter dienen.
Eine Mutter bringt ihre zweijährige Tochter mit und sagt schon an der Anmeldung, sie wolle nur einmal schauen lassen, das Kind müsse heute nichts machen. Wie das bei uns konkret aussieht, zeigen wir in der Zahnzauberwelt. Was hier stattfindet, ist bereits der wichtigste Teil der Behandlung: ein Termin, an dem nichts passiert, was Angst machen könnte.
Die Kinderzahnheilkunde begleitet Zähne und Kiefer vom Durchbruch des ersten Milchzahns bis ins Jugendalter. Sie umfasst die Früherkennung, die Vorsorge mit Fluorid und Versiegelungen, die Behandlung von Karies im Milch- und Wechselgebiss, die Versorgung nach Zahnunfällen und die Beobachtung der Kieferentwicklung. Was sie von der Erwachsenenzahnmedizin unterscheidet, ist weniger die Technik als die Reihenfolge: Zuerst kommt die Beziehung, dann der Befund, dann die Behandlung.
Sinnvoll ist der erste Besuch, sobald die ersten Zähne durchgebrochen sind, also etwa um den ersten Geburtstag herum. Was dabei nicht im Vordergrund steht, ist die Untersuchung. Es geht darum, dass das Kind den Raum, die Geräusche und die Menschen kennenlernt, während nichts wehtut und nichts nötig ist.
Kinder, deren erster Kontakt mit einer Praxis ein Schmerztermin ist, verbinden den Ort dauerhaft mit dieser Erfahrung. Kinder, die ihn in ruhigen Terminen kennengelernt haben, lassen sich Jahre später deutlich leichter behandeln, wenn tatsächlich etwas zu tun ist. Für Eltern bedeutet das eine Umstellung der Erwartung: Ein früher Termin ist keine Vorsichtsmaßnahme gegen ein Problem, sondern der Aufbau einer Routine, bevor ein Problem entsteht.
Die verbreitete Annahme, ein Milchzahn falle ohnehin aus und lohne keine Behandlung, hält der Sache nicht stand. Was dabei übersehen wird, ist die Bauweise: Milchzähne haben dünneren Schmelz und ein größeres Pulpakavum, weshalb Karies dort den Nerv deutlich schneller erreicht als bei einem bleibenden Zahn.
Ein entzündeter Milchzahn schmerzt, stört das Kauen und kann die Anlage des darunter liegenden bleibenden Zahns schädigen. Kommt es zum vorzeitigen Verlust, wandern die Nachbarzähne in die Lücke, und dem Nachfolger fehlt später der Platz, was eine kieferorthopädische Behandlung nötig machen kann, die sonst entbehrlich gewesen wäre. Milchzähne sind außerdem Platzhalter und für die Sprachentwicklung von Bedeutung. Der letzte von ihnen bleibt bis etwa zum zwölften Lebensjahr im Mund.
Die Vorsorge ist nach Entwicklungsstufen aufgebaut, und was in welchem Alter zählt, unterscheidet sich deutlich. In den ersten Lebensjahren stehen zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen im Vordergrund, die den Durchbruch der Milchzähne begleiten, dazu die Beratung der Eltern zur Reinigung und zur Fluoridierung in altersgerechter Dosierung.
Ab dem Schulalter kommt die Individualprophylaxe hinzu: Anfärben der Beläge, Einüben der Putztechnik am eigenen Gebiss, Fluoridlack und die Versiegelung der tiefen Rillen der bleibenden Backenzähne. Diese Individualprophylaxe ist für gesetzlich versicherte Kinder und Jugendliche zwischen dem sechsten und dem achtzehnten Lebensjahr eine Kassenleistung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Sechsjahrmolar, der ohne Zahnwechsel hinter der Milchzahnreihe durchbricht und deshalb von vielen Eltern für einen Milchzahn gehalten wird.
In der Zahnzauberwelt haben Kinder einen eigenen Bereich, und was dort anders ist, beginnt vor dem Behandlungsstuhl. Der Ablauf folgt dem Prinzip, jeden Schritt vorher zu zeigen und zu benennen, bevor er stattfindet, in Worten, die das Kind versteht, ohne Verniedlichung und ohne Drohung.
Wir arbeiten in kurzen Einheiten und beenden einen Termin lieber früher, als ihn gegen den Widerstand des Kindes durchzuziehen. Was einmal erzwungen wurde, ist beim nächsten Mal schwerer. Eltern bitten wir, bestimmte Sätze zu vermeiden, vor allem Beruhigungen, die das Wort Schmerz überhaupt erst einführen, und Versprechen, dass nichts gemacht wird, wenn doch etwas nötig ist. Ein Kind, das einmal angelogen wurde, glaubt beim nächsten Termin nichts mehr.
Für Kinder, die trotz behutsamen Vorgehens nicht zur Ruhe kommen, oder für Behandlungen, die sich nicht in kurze Einheiten teilen lassen, steht die Lachgas-Sedierung zur Verfügung. Was sie leistet, ist keine Narkose: Das Kind bleibt wach, ansprechbar und atmet selbstständig, ist aber entspannter und nimmt die Zeit anders wahr.
Das Gas wird über eine kleine Nasenmaske zugeführt und nach der Behandlung innerhalb weniger Minuten wieder abgeatmet, sodass das Kind die Praxis kurz darauf wach verlässt. Wir setzen es dort ein, wo es den Unterschied zwischen einer machbaren Behandlung und einem Abbruch ausmacht, und nicht als Standard. Ob es im Einzelfall infrage kommt, hängt vom Alter, vom Gesundheitszustand und von der freien Nasenatmung ab und wird vorher mit den Eltern besprochen.
Stürze auf die Frontzähne gehören zu den häufigsten Gründen für einen kurzfristigen Termin, und was dann zählt, ist die Unterscheidung zwischen Milchzahn und bleibendem Zahn. Ein herausgeschlagener bleibender Zahn sollte möglichst innerhalb von dreißig Minuten wieder eingesetzt werden. Fassen Sie ihn nur an der Krone an, reinigen Sie ihn nicht und transportieren Sie ihn in einer Zahnrettungsbox oder ersatzweise in kalter H-Milch.
Ein herausgeschlagener Milchzahn wird dagegen nicht wieder eingesetzt, weil dabei die Anlage des bleibenden Zahns beschädigt werden könnte. Auch ohne sichtbaren Schaden gehört jeder Sturz auf die Zähne noch am selben Tag beurteilt, weil ein Trauma die Gefäße im Zahninneren schädigen kann und der Zahn erst Wochen später abstirbt. Wir halten dafür Termine in der Schmerzsprechstunde frei.
Neben den Zähnen behalten wir die Entwicklung der Kiefer im Blick, und was dabei am ehesten auffällt, sind Abweichungen im Zusammenbiss: ein Kreuzbiss, ein offener Biss, ein ausgeprägter Überbiss oder deutlicher Platzmangel im Wechselgebiss.
Manche dieser Befunde lassen sich im Wachstum in einem bestimmten Zeitfenster deutlich einfacher beeinflussen als später. Deshalb sprechen wir eine kieferorthopädische Vorstellung an, wenn der Befund sie nahelegt, und beobachten in Ruhe weiter, wenn er es nicht tut. Eine Rolle spielen dabei auch Gewohnheiten wie anhaltendes Daumenlutschen, Mundatmung und eine ungünstige Ruhelage der Zunge, weil sie über Jahre Druck auf den wachsenden Kiefer ausüben. Diese Zusammenhänge besprechen wir früh, weil sich Gewohnheiten leichter ändern lassen als Knochen. Auch das Zungenband gehört in diese Betrachtung, weil eine eingeschränkte Ruhelage der Zunge den wachsenden Oberkiefer mit beeinflusst.
Für gesetzlich versicherte Kinder und Jugendliche ist der Vorsorgebereich weitgehend abgedeckt. Was dazugehört, sind die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in den ersten Lebensjahren, die Individualprophylaxe zwischen dem sechsten und dem achtzehnten Lebensjahr sowie die Versiegelung der bleibenden Backenzähne.
Ebenso übernommen wird die Behandlung von Karies mit zahnfarbenen Füllungen sowie die Versorgung nach Zahnunfällen. Privat berechnet werden Leistungen darüber hinaus, etwa eine Lachgas-Sedierung mit üblichen Beträgen ab etwa 50 bis 150 Euro je Sitzung oder eine Versiegelung an Zähnen außerhalb des Katalogs. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.
Sobald die ersten Zähne durchgebrochen sind, also etwa um den ersten Geburtstag herum. Bei diesem Termin geht es nicht um eine gründliche Untersuchung, sondern darum, dass das Kind Raum, Geräusche und Menschen kennenlernt, während nichts wehtut. Diese Routine trägt später, wenn tatsächlich etwas zu tun ist.
Ja. Milchzähne haben dünneren Schmelz und ein größeres Pulpakavum, deshalb erreicht Karies den Nerv schneller. Ein entzündeter Milchzahn schmerzt und kann die Anlage des bleibenden Zahns schädigen. Geht er zu früh verloren, wandern die Nachbarn in die Lücke und dem Nachfolger fehlt später der Platz.
Am besten sachlich und knapp. Vermeiden Sie Beruhigungen, die das Wort Schmerz überhaupt erst einführen, und versprechen Sie nicht, dass nichts gemacht wird, falls doch etwas nötig ist. Ein Kind, das einmal angelogen wurde, glaubt beim nächsten Termin nichts mehr. Wir zeigen jeden Schritt, bevor er stattfindet.
Bei einem bleibenden Zahn zählen die ersten dreißig Minuten: nur an der Krone anfassen, nicht reinigen, in eine Zahnrettungsbox oder kalte H-Milch legen und sofort in die Praxis. Ein Milchzahn wird nicht wieder eingesetzt. Jeder Sturz auf die Frontzähne gehört am selben Tag beurteilt, auch ohne sichtbaren Schaden.
Es ist keine Narkose: Das Kind bleibt wach, ansprechbar und atmet selbstständig, ist aber entspannter. Das Gas wird nach der Behandlung innerhalb weniger Minuten abgeatmet. Ob es infrage kommt, hängt von Alter, Gesundheitszustand und freier Nasenatmung ab. Wir setzen es gezielt ein, nicht als Standard.
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