Zahnfüllung

Eine Zahnfüllung ersetzt Zahnsubstanz, die durch Karies oder einen Bruch verloren gegangen ist, und verschließt den Defekt dicht gegen Bakterien und Temperaturreize.

Solange die Karies auf den Zahnschmelz begrenzt ist und die Oberfläche geschlossen bleibt, kann sie ohne Füllung zum Stillstand kommen.
Amalgam darf in der EU seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr für neue Füllungen verwendet werden. Intakte alte Füllungen müssen deshalb nicht getauscht werden.
Kompositfüllungen halten nur bei absoluter Trockenlegung dauerhaft, weshalb der Kofferdam keine Zusatzleistung ist, sondern Voraussetzung.
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Inhaltsverzeichnis

Was eine Zahnfüllung leistet

Seit dem 1. Januar 2025 darf Amalgam in der Europäischen Union nicht mehr für neue Füllungen verwendet werden. Was daraus häufig gefolgert wird, stimmt nicht: Das Verbot betrifft die Verwendung, es ist keine Aufforderung, intakte alte Füllungen entfernen zu lassen. Eine randdichte Amalgamfüllung kann liegen bleiben, bis sie aus einem anderen Grund erneuert werden muss.

Eine Zahnfüllung hat drei Aufgaben, die zusammengehören. Sie ersetzt die verlorene Substanz, damit der Zahn wieder eine tragfähige Kaufläche hat. Sie verschließt den Defekt dicht, damit keine Bakterien mehr in das darunterliegende Dentin gelangen. Und sie stellt den Kontakt zum Nachbarzahn wieder her, damit sich zwischen den Zähnen keine Speisereste festsetzen. Fehlt eine dieser drei Eigenschaften, ist die Füllung technisch unvollständig, auch wenn sie zunächst hält.

Wann eine Füllung wirklich nötig wird

Nicht jede dunkle Stelle auf dem Röntgenbild gehört sofort gefüllt, und was den Ausschlag gibt, ist die Frage, ob die Karies noch remineralisierbar ist. Solange die Entkalkung auf den Zahnschmelz begrenzt bleibt und die Oberfläche geschlossen ist, kann eine Initialkaries mit Fluorid und veränderter Mundhygiene zum Stillstand kommen.

Sobald der Defekt die Schmelz-Dentin-Grenze überschritten hat, ändert sich das. Dentin ist weicher und von feinen Kanälchen durchzogen, in denen Bakterien schneller vorankommen. Ab diesem Punkt schreitet die Karies fort, auch bei guter Pflege, und eine Füllung wird notwendig. Wir treffen diese Entscheidung anhand des Befunds am Zahn, des Röntgenbilds und Ihres individuellen Kariesrisikos, nicht nach einem starren Schema. Bei geringem Risiko beobachten wir eine Stelle eher, bei hohem Risiko handeln wir früher.

Welche Füllungsmaterialien heute verwendet werden

Komposit ist heute das Standardmaterial für Füllungen, und was es auszeichnet, ist die Kombination aus zahnfarbenem Aussehen und adhäsiver Verankerung. Es besteht aus einer Kunststoffmatrix mit feinen Keramikpartikeln und wird in Schichten eingebracht, die einzeln mit Licht ausgehärtet werden. Dadurch verbindet es sich mit dem Zahn, statt nur in einer Kavität zu klemmen.

Glasionomerzement spielt eine eigene Rolle, vor allem im Milchgebiss und bei Zähnen, die sich nicht absolut trocken legen lassen. Er gibt über längere Zeit Fluorid an die Umgebung ab, ist aber weniger abriebfest und daher für stark belastete Kauflächen bei Erwachsenen nur begrenzt geeignet. Für größere Defekte kommen laborgefertigte Inlays und Onlays aus Keramik in Betracht. Amalgam darf in der Europäischen Union seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr für neue Füllungen verwendet werden.

Warum Trockenlegung über die Haltbarkeit entscheidet

Die adhäsive Verbindung zwischen Komposit und Zahn entsteht chemisch, und was sie zuverlässig stört, ist Feuchtigkeit. Gelangt während des Klebevorgangs Speichel, Blut oder Atemfeuchtigkeit auf die vorbereitete Fläche, sinkt die Haftkraft messbar. Die Folge zeigt sich nicht sofort, sondern nach Monaten als Randspalt.

Deshalb arbeiten wir bei Kompositfüllungen mit einem Kofferdam, einem Spanngummi, das den zu behandelnden Zahn isoliert. Er hält den Zahn trocken, schützt die Zunge und die Wange vor den Instrumenten und verhindert, dass Spülflüssigkeit in den Rachen läuft. Für viele Patientinnen und Patienten ist der Termin damit angenehmer, weil sie nicht ständig schlucken müssen. Aus technischer Sicht ist der Kofferdam bei adhäsiven Füllungen kein Zusatz, sondern die Voraussetzung für ein dauerhaftes Ergebnis.

Wie eine Füllung in unserer Praxis entsteht

Nach der lokalen Betäubung entfernen wir zuerst die kariös veränderte Substanz, und was dabei den Umfang bestimmt, ist der Übergang zwischen infiziertem und noch remineralisierbarem Dentin. Wir arbeiten substanzschonend und prüfen mit einem Kariesdetektor, ob noch infizierte Reste vorhanden sind, statt großzügig zu präparieren.

Reicht der Defekt tief in Richtung Zahnnerv, legen wir eine schützende Unterfüllung ein, damit die Pulpa nicht durch den Klebevorgang gereizt wird. Anschließend wird der Zahnschmelz konditioniert, ein Haftvermittler aufgetragen und das Komposit in dünnen Schichten modelliert und ausgehärtet. Zum Schluss folgt die Ausarbeitung: Wir prüfen mit Zahnseide den Kontakt zum Nachbarzahn, kontrollieren mit farbigem Papier die Bissführung und polieren die Oberfläche, damit sich später weniger Belag anlagert.

Weshalb Zähne nach einer Füllung noch reagieren können

Nach einer Füllung reagieren viele Zähne für einige Tage auf Kälte oder auf Druck (mehr dazu unter Zahnschmerzen nach einer Füllung), und was dahintersteckt, ist meist keine Komplikation, sondern die Reaktion der Pulpa auf den Eingriff. Das Ausbohren erzeugt Vibration und Wärme, und die Kanälchen im Dentin liegen während der Behandlung kurzzeitig offen. Diese Empfindlichkeit klingt normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.

Es gibt jedoch Verläufe, die abgeklärt gehören. Ein Schmerz beim Zubeißen, der genau an einer Stelle auftritt, spricht oft für einen zu hohen Kontaktpunkt, der sich in wenigen Minuten einschleifen lässt. Ein Schmerz, der spontan auftritt, lange anhält, pulsiert und auf Wärme schlechter wird, deutet dagegen auf eine fortgeschrittene Entzündung des Zahnnervs hin. Bitte melden Sie sich in diesem Fall, statt abzuwarten.

Wo die Grenze zwischen Füllung und Inlay verläuft

Direkte Füllungen haben eine sinnvolle Obergrenze, und was sie definiert, ist der Anteil der Kaufläche, den das Material tragen muss. Solange die Höcker des Zahns stehen und stabil sind, füllt Komposit den Defekt zuverlässig. Fehlt ein Höcker oder ist die Restwand papierdünn, verhält sich eine große Füllung unter Kaudruck ungünstig und kann den Zahn spalten.

In diesem Bereich sind laborgefertigte Inlays oder Onlays aus Keramik die stabilere Wahl. Sie werden außerhalb des Mundes hergestellt, sind dadurch formstabiler und erlauben einen präziseren Kontaktpunkt zum Nachbarzahn. Übliche Beträge liegen ab etwa 350 bis 700 Euro je Versorgung im privat berechneten Bereich. Reicht auch das nicht mehr, weil zu wenig Substanz steht, schützt nur noch eine Krone den Zahn zuverlässig.

Wie lange eine Füllung hält und was sie altern lässt

Die Lebensdauer einer Kompositfüllung hängt von ihrer Größe, ihrer Lage und der Mundhygiene ab. Was Füllungen in der Praxis am häufigsten beendet, ist nicht der Verschleiß der Oberfläche, sondern eine Sekundärkaries am Rand, also neue Karies am Übergang, wo Füllung und Zahn aufeinandertreffen.

Daraus ergibt sich, worauf es ankommt. Der Füllungsrand liegt häufig im Zwischenraum, wo die Zahnbürste nicht hinkommt, weshalb tägliche Reinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürsten die Haltbarkeit stärker beeinflusst als das Material. Nächtliches Knirschen belastet größere Füllungen zusätzlich und lässt Ränder schneller ermüden. Bei den Kontrollterminen prüfen wir Ränder gezielt mit einer feinen Sonde und tauschen eine Füllung dann aus, wenn sie undicht ist, nicht wenn sie lediglich alt ist.

Was eine Füllung kostet und was die Kasse trägt

Für die Versorgung eines kariösen Zahns besteht bei gesetzlich Versicherten ein Anspruch auf eine zuzahlungsfreie Füllung in zahnfarbenem Material, und was das bedeutet, hat sich mit dem Amalgamverbot vereinfacht: Die Regelversorgung ist heute eine zahnfarbene Füllung, im Front- wie im Seitenzahnbereich.

Mehrkosten können entstehen, wenn eine aufwendigere Technik gewünscht wird, etwa eine mehrschichtige Schichttechnik mit besonderer Farbanpassung im sichtbaren Bereich oder ein laborgefertigtes Inlay statt einer direkten Füllung. Die Kosten richten sich nach BEMA für gesetzlich Versicherte und der Gebührenordnung GOZ für privat berechnete Anteile. Den exakten Eigenanteil und einen eventuellen Kassenzuschuss kalkulieren wir vor der Behandlung gemeinsam in einem schriftlichen Heil- und Kostenplan.

Dieser Beitrag ersetzt keine zahnärztliche Beratung. Ob die hier beschriebene Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist und welcher Behandlungsweg zu Ihrer individuellen Situation passt, klären wir gemeinsam mit Ihnen anhand des Befunds in einem persönlichen Termin in der Hildesheimer Straße 25 in Hannover-Südstadt.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich alte Amalgamfüllungen austauschen lassen?

Was seit dem 1. Januar 2025 in der EU gilt, ist ein Verwendungsverbot für neue Amalgamfüllungen. Es ist keine Aufforderung, bestehende Füllungen zu entfernen. Eine intakte, randdichte Amalgamfüllung kann bleiben. Wir tauschen sie aus, wenn sie undicht ist, ein Rand bricht oder darunter neue Karies entsteht.

Wie lange hält eine Kompositfüllung?

Das hängt von Größe, Lage und Mundhygiene ab. Was Füllungen meist beendet, ist nicht der Abrieb, sondern neue Karies am Übergang zwischen Füllung und Zahn. Weil dieser Rand oft im Zwischenraum liegt, beeinflusst die tägliche Reinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürsten die Haltbarkeit stärker als das Material.

Warum ist mein Zahn nach der Füllung empfindlich?

Eine Empfindlichkeit auf Kälte über ein bis zwei Wochen ist nach einer Füllung normal, weil die Pulpa auf Vibration und Wärme beim Ausbohren reagiert. Schmerzt der Zahn dagegen genau beim Zubeißen, ist meist der Kontaktpunkt zu hoch und in Minuten korrigiert. Spontaner, pulsierender Schmerz gehört rasch abgeklärt.

Wann reicht eine Füllung nicht mehr aus?

Die Grenze verläuft dort, wo die Höcker des Zahns nicht mehr stabil stehen. Ist ein Höcker abgebrochen oder eine Restwand papierdünn, verhält sich eine große Füllung unter Kaudruck ungünstig und kann den Zahn spalten. Dann ist ein laborgefertigtes Inlay oder Onlay stabiler, bei sehr wenig Restsubstanz eine Krone.

Was kostet eine Zahnfüllung?

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine zuzahlungsfreie zahnfarbene Füllung, im Front- wie im Seitenzahnbereich. Mehrkosten entstehen nur bei aufwendigeren Techniken oder bei einem laborgefertigten Inlay, das ab etwa 350 bis 700 Euro je Versorgung liegt. Den Eigenanteil halten wir vorab schriftlich fest.

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